Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls wird es in Stendal mehrere Veranstaltungen geben. Die Stadt und die Evangelische Kirchengemeinde planen im Dom eine Podiumsdiskussion.

Stendal l Die beiden Stendaler Bürgerrechtler Erika Drees (1935-2009) und Hans-Peter Schmidt (1941-2002) bekommen eine Gedenktafel am Stendaler Rathaus. Am Sonnabend, 8. November, soll diese Tafel feierlich enthüllt werden, wie Initiator Werner Schulze gestern auf Anfrage bestätigte. Zusammen mit Ehefrau Emmi hatte er schon vor Jahren versucht, dieses Vorhaben umzusetzen. Nachdem er auf mehrere Widerstände gestoßen war, hatte er zwischenzeitlich etwas die Lust daran verloren, sagte er.

Mit Denkmalschutz wurde eine Lösung gefunden

Unter anderem sprach sich der Denkmalschutz dagegen aus, eine entsprechende Gedenktafel am denkmalgeschützten Rathaus anzubringen. "Ich habe das noch einmal im Hause besprochen", sagte Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) gestern. Es konnte nun eine Lösung gefunden werden. "Die Tafel soll ja auch so hängen, dass man sie sehen kann, und sich nicht irgendwo im Hinterhof befinden", sagte der Oberbürgermeister. Die Erinnerungstafel für die Bürgerrechtler soll zwar nicht vorn am Rathaus, wohl aber an der gut frequentierten südlichen Seite angebracht werden - also an der Wand, die zum "Kaffeekult" hin ausgerichtet ist.

"Wir planen gerade den Ablauf der Veranstaltung", sagte Werner Schulze. Angehörige der beiden mittlerweile verstorbenen Bürgerrechtler seien eingeladen. "Wer sprechen wird, ist noch unklar." Die Tafel selbst, die durch die Kaschade-Stiftung finanziert wird, sei in Arbeit.

Text bleibt bis Enthüllung der Gedenktafel geheim

Welcher Text auf der Gedenktafel stehen werde, solle bis zum Tag der Enthüllung nicht veröffentlicht werden, sagte Schulze, der 1989 selbst zu den bürgerbewegten Stendalern gehörte und beide Geehrte gut kannte.

Die Stadtverwaltung und die Evangelische Stadtgemeinde organisieren zusammen - wie schon vor fünf Jahren - einen Gedenktag zur Erinnerung an den Mauerfall. Neben der Gedenktafelenthüllung wird es eine Podiumsdiskussion mit Stendaler Zeitzeugen der Wendezeit geben.

Als Veranstaltungsdatum wurde der 8. November gewählt, um nicht mit dem Gedenken an den Juden-Pogrom am 9. November den Tag zu überfrachten, sagte Klaus Schmotz.