Von Wolfgang Biermann

Stendal l Zwei Männer aus Düsseldorf und Hannover glaubten vor einiger Zeit, ein richtiges Schnäppchen machen zu können und über ein Internetauktionshaus preiswert an ein Smartphone der neuesten Generation zu kommen. Sie zahlten 350 beziehungsweise 450 Euro auf ein Konto ein, doch weder das ersehnte Samsung S5 noch das iPhone 5c gelangten in ihren Besitz.

Stendaler war vorbestraft wegen ähnlicher Delikte

Wegen Betruges in zwei Fällen hat das Amtsgericht in Stendal einen mehrfach vorbestraften 26-jährigen Rolandstädter vor kurzem in diesem Zusammenhang zu sechs Monaten Gefängnis, ausgesetzt zu Bewährung, und zu einer Ableistung von 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

"Ich hatte gar keine Handys", räumte der Angeklagte vor dem Amtsgericht ein. Als "Nina Hansen" habe er die Smartphones im Vorjahr im Internet zum Verkauf angeboten. "Ich war in purer Geldnot und wusste mir nicht anders zu helfen", gab er zur Erklärung an. Dabei war der 26-Jährige erst im März vorigen Jahres wegen einer gleichartigen Straftat zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Großteil des Betrugsgeldes für Flutopfer gespendet

"Haben Sie nichts daraus gelernt?", wollte Strafrichter Thomas Schulz wissen. Ihm stieß auf, dass der Angeklagte einen Tag nach dem Erhalt der 450 Euro für das angebliche verkaufte iPhone umgehend von dem Geld 400 Euro an Opfer der Elbeflut gespendet hatte. Erklären konnte der Angeklagte den Zusammenhang zwischen Geldnot und Spende allerdings nicht.