Salzwedel (cn) l Er hat die Tangermünder Vierfruchtmarmelade zum Weltkulturerbe erklärt, nämlich in seiner eigenen, in "Steimles Welt". Und auch sonst ist dem umtriebigen Sachsen sehr daran gelegen, lieb gewonnene Produkte und Begrifflichkeiten von früher nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Wenn der Satiriker und Schauspieler Uwe Steimle am 15. November nach Salzwedel kommt, dann allerdings nicht, um den Baumkuchen oder den leicht gekrümmten Turm der Marienkirche im Zuge seiner MDR-Reihe "Steimles Welt" zum Kulturerbe zu erklären. Sondern dann bittet er zur "Heimatstunde". So nämlich heißt sein aktueller Bestseller. Und der trägt den Untertitel "Neues vom Zauberer von Ost".

Manche mögen das, was er da verzapft hat, "fourschbar" - ein Lieblingswort des Dresdeners - und rückwärtsgewandt finden. Doch in Neufünfland wird Steimle, der sich übrigens schon früh den von ihm erfundenen Begriff Ostalgie schützen ließ, dafür geliebt, dass er mit feiner Ironie und lakonischem Witz alles von Osten her betrachtet. Das gilt fürs aktuelle politische Geschehen ebenso wie für die eigene Jugend in der DDR.

"Wir wollen uns von keinem anderen erklären lassen, wie wir gelebt wurden. Das machen wir allein", erwidert der 51-Jährige jenen, die den selbst ernannten Arbeiter- und Bauernstaat nur aus der Ferne beziehungsweise aus den Geschichtsbüchern kennen und die da meinen, Steimle gehe zu undifferenziert mit Vergangenem um.

In Salzwedel gastiert er am genannten Tag ab 19.30 Uhr im Kulturhaus. Und abzuwarten bleibt, ob er dann auch den Honecker herausholt. Denn niemand imitiert den früheren Staatsratsvorsitzenden so gekonnt wie Uwe Steimle. Und der erinnert bei der Gelegenheit nur zu gern daran, dass Honecker ja eigentlich aus dem Westen stammte...

Wer heute zwischen 20 Uhr und 20.05 Uhr an der Hotline 039080/72593 durchkommt, kann Plätze auf der Gästeliste gewinnen.

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