Stendal (tp) l Vermutlich handelt es sich bei der am Donnerstag von einem ICE getöteten Frau um eine 67-jährige vermisste Patientin des Fachklinikums Uchtspringe. "Allerdings steht eine zweifelsfreie Identifizierung noch aus", schränkte Polizeisprecher Marco Neiß gestern gegenüber der Volksstimme ein. Indiz dafür sei aber neben dem Verschwinden der Frau, dass an der Unfallstelle mehrere Gegenstände der 67-Jährigen gefunden worden seien, unter anderem eine Jacke, Schuhe und eine Uhr. Außerdem sei ein Fährtensuchhund von der Stelle zu einer Station des Krankenhauses gelaufen. "Das Ergebnis der Obduktion muss abgewartet werden", sagte Neiß.

51 Züge hatten Verspätung

Die Frau war am vergangenen Donnerstag gegen 17.40 Uhr von dem ICE 1672, der aus Göttingen kam und in Richtung Berlin unterwegs war, einen Kilometer vor dem Uchtspringer Bahnhof erfasst worden. Die 450 Reisenden an Bord des Zuges wurden nicht verletzt. Mit einem Ersatzzug wurden sie nach Berlin gebracht. Die Strecke war von 17.42 bis 21.25 Uhr gesperrt. Im Rahmen der Untersuchungsarbeiten setzte die Bundespolizei einen Hubschrauber ein. Durch die Sperrung kam es zu Verspätungen bei insgesamt 51 Zügen, was sich zu einer Gesamtzeit von 1672 Minuten summierte.