Er ist gerade frisch in Stendal angekommen, Malik Wagner studiert seit dem 1. Oktober BWL an der Hochschule Stendal. Eine Wohnung hat er bis jetzt noch nicht.

Stendal l Im September kam er das erste Mal nach Stendal, um seinen künftigen Studienort in Augenschein zu nehmen. Malik Wagner ist einer von 212 Erstsemestern, die seit vergangener Woche in Stendal studieren, und einer von 40 jungen Leuten, die sich für das Fach Betriebswirtschaftslehre (BWL) entschieden haben.

"Ich habe mich an mehreren Hochschulen für BWL beworben, in Stendal hat es gleich geklappt", erklärt Wagner. Der 22-Jährige kommt aus Mainz, hat dort sein Abitur 2013 gemacht. "Ich wollte überall hin, nur nicht in Mainz bleiben", sagt er. Dort sei ihm alles zu sehr vertraut.

Zwischen Brasilien, Afrika und der Altmark

Nach seinem Abi hat Wagner zunächst gearbeitet, erst in Brasilien, dann in Hamburg. In Afrika war er für die SOS-Kinderdörfer tätig. Dann zog es ihn vor einigen Monaten wieder nach Brasilien. In Rio de Janeiro arbeitete er für den Softwarekonzern SAP. Zuletzt absolvierte Wagner ein Praktikum in der Jugendabteilung des Fußballbundesligisten TSG 1899 Hoffenheim.

"Zwischendurch habe ich mir Gedanken gemacht, was ich so studieren könnte", sagt der BWL-Student. Sportmanagement habe nahe gelegen, doch Freunde hätten ihn zu BWL geraten. "Falls ich später nicht im Sport landen sollte, habe ich mit dem Abschluss noch andere Möglichkeiten." Kontakte habe er sowieso zu Sportvereinen.

Einmal war Wagner bis jetzt auf Wohnungssuche in Stendal. Bevorzugen würde er eine geräumige Wohnung, gern auch eine Wohngemeinschaft. "Meine erste Nacht in Stendal habe ich in einer Pension verbracht", erinnert er sich. Für die nächste Zeit kommt er bei Kommilitonen unter, dort darf er auf dem Sofa nächtigen.

Während der Orientierungstage an der Hochschule, die noch bis heute laufen, konnte Wagner schon neue Studienfreunde und die Hansestadt kennenlernen. "Stendal ist im Vergleich zu Hamburg oder Berlin winzig", stellt der 22-Jährige fest. Aber es gebe den entscheidenden Vorteil, dass ihn sein neuer "Bald"-Wohnort nicht zu sehr vom Studium ablenkt, wie es vielleicht die Metropolen tun würden.

Wagner hat seine Entscheidung bis jetzt nicht bereut. Der Studiengang biete viel Orientierung an der Praxis, das habe er schon im Internet herausgefunden, erklärt Wagner. "Der Campus ist ganz niedlich. Da verläuft man sich nicht", sagt der Student.

Scouts stehen Erstsemstern zur Seite

Damit Wagner und seine Kommilitonen nicht die Orientierung in den ersten Tagen an der Hochschule verlieren, stehen Mentoren, oder auch Scouts genannt, den Erstsemestern mit Rat und Tat zur Seite. Eine der Scouts ist Madlen Lühe. Die 23-Jährige kommt ursprünglich aus Lüneburg und studiert BWL im dritten Semester. "Ich war auch mal Erstsemester und habe mich über das Hilfsangebot gefreut", erinnert sie sich. Ihre Erfahrung wolle sie nun den jetzigen Erstsemestern weitergeben.

Madlen hatte damals keine Probleme, eine Bleibe in Stendal zu finden. Zusammen mit Ihrem Freund mietete sie eine Wohnung nahe der Innenstadt. An der Hochschule habe sie sich mittlerweile eingelebt. Auch so will sie sich künftig mehr am Hochschulleben beteiligen, sich vielleicht sogar ehrenamtlich engagieren. Doch zunächst beginnt für sie und auch für Wagner am morgigen Mittwoch der Hochschulalltag.