Stendal (kpo/tp) l Nach fast 40 Jahren hat die katholische Kirche St. Anna am Mönchskirchhof nun wieder eine Orgel. Gestern Vormittag wurde sie von Bischof Gerhard Feige feierlich eingeweiht.

Im Februar 1973 hatte es in St. Anna gebrannt und seitdem konnte auf der Orgel nicht mehr gespielt werden. Zwar war das Instrument historisch wertvoll, es war 1870 von dem Londoner Orgelbauer Thomas Robson angefertigt worden, aber es konnte niemand darauf spielen.

Vor rund vier Jahren kaufte der niederländische Orgelbaumeister Fokke R. Feenstra das Instrument. In seiner Firma rekonstruierte er die beschädigte Orgel. Die Kosten dafür sowie den Umbau der Empore wurden durch viele Spenden in der Gemeinde, in Kirchen- und Sponsorenkreisen ermöglicht. Die Pfarrgemeinde kostete ihre neue, geschichtsträchtige Orgel rund 200000 Euro. Zur Freude der Gemeindemitglieder erklingt das wertvolle Stück seit gestern wieder im Gotteshaus. Im Rahmen eines Gottesdienstes wurde es von Bischof Gerhard Feige geweiht. Seinem Terminkalender war es auch geschuldet, dass die Orgelweihe gestern stattfand. Denn die Abnahme des restaurierten Instruments war bereits Anfang September über die Bühne gegangen.

Im 550. Jahr der St.-Anna-Kirche ist das ein besonderer Tag in der katholischen Gemeinde gewesen. Am Nachmittag waren alle Interessierten zur Besichtigung und zu einem Orgelkonzert eingeladen, bei dem mehrere Musiker das Instrument in seinen Klangfacetten erklingen ließen.

Ganz besonders war auch eine Episode, die sich beim Abtragen der alten Orgelempore ereignete. Gemeindemitglieder entdeckten dabei eine Flaschenpost. Darin war zu lesen: "1973 wurde durch einen Brand der Dachstuhl und die Inneneinrichtung der Kirche zerstört. Am Wiederaufbau der St. Annenkirche waren folgende Zimmerleute beteiligt..." Es folgen die Namen der Handwerker.