Mit der Einbindung der letzten Leitung in Richtung Mahlpfuhl/Uchtdorf sowie von Teilen des Wolmirstedter Bereiches an die neue, aus Groß Schwarzlosen kommende Trinkwasserleitung wurde gestern Abend das Tangerhütter Wasserwerk vom Netz genommen. Rund drei Millionen Euro sind geflossen, 1,5 Millionen davon als Fördermittel.

Tangerhütte l Das Tangerhütter Wasserwerk aus den 60er Jahren ging gestern Abend still und leise vom Netz. Doch ganz so unbemerkt wollten die Verantwortlichen des Wasser- und Abwasserverbandes Stendal-Osterburg (WVSO) den Abschluss des dritten Teils im Rahmen des Großprojektes "Umbau des Wasserwerks Groß Schwarzlosen und Erweiterung des Versorgungsgebietes vom Hochbehälter Hüselitz" nicht vonstatten gehen lassen und trafen sich mit Ortsbürgermeister Gerhard Borstell noch einmal am letzten Stück der insgesamt elf Kilometer langen, stetig gewanderten Baustelle. Seit April dieses Jahres sind die modernen Polyethylenrohre mit einem Durchmesser von 65 Zentimetern auf etwa 1600 Metern Länge in offener und auf rund 9400 Metern Länge per geschlossener Bauweise neu verlegt worden.

Rund drei Millionen Euro sind allein in den Neubau der Wasserleitung, die seit gestern Abend nun auch 7300 Einwohner in Tangerhütte und Umgebung mit deutlich weicherem Heidewasser versorgt, geflossen. Einzelne Bereiche sind bereits seit Anfang dieser Woche in die neue Trinkwasserleitung eingebunden worden, erklärte Meister und Bereichsleiter Andreas Behrens vor Ort. Von vormals 13 bis 14 Grad deutscher Härte (dH) aus dem Tangerhütter Wasserwerk sinkt der Wert mit der neuen Wasserleitung nun auf etwa vier Grad dH.

Angebunden wurden bereits die Ortsnetze Stegelitz und Schönwalde, aber auch Tangerhütte sowie das Wohngebiet Buchte. Bis gestern Abend wurden Uchtdorf, Mahlpfuhl und Teile des mitversorgten Wolmirstedter Gebietes noch von Tangerhütte aus versorgt, das änderte sich mit der Einbindung der alten Leitung nach Mahlpfuhl an das neue Schieberkreuz vor den Toren des Wasserwerkes.

Dort nahm auch Gerhard Borstell noch einmal den Spaten in die Hand, um das Anschlussstück der alten Leitung freizulegen. In der Grube, die durch eine Grundwasserabsenkung trocken gehalten wurde, erinnerte er sich an frühere Zeiten der Wasserversorgung in Tangerhütte. Mit "Püttbrunnen" und später mit einem für die Zeit modernen Wasserwerk ging diese einst vonstatten.

Jetzt wird mit der Umstellung der Region auf weiches Heidewasser, das aus einer Brunnnengalerie bei Schernebeck kommt und im Groß Schwarzlosener Wasserwerk aufbereitet wird, ein neuer Meilenstein gesetzt. Auch Susanne Ahrens, Abteilungsleiterin Wasser beim WVSO, freut sich über den Abschluss der umfangreichen Maßnahme, die kostenseitig im geplanten Rahmen geblieben ist.

Eine Spezialfirma hatte mit Hilfe eines Bohrgerätes vom Typ "Ditch Witch" die 200 bis 300 Meter langen Teilstücke per Bohrverfahren in die Erde gebracht, ohne die gesamte Strecke aufschachten zu müssen. "Wir sind hier im Niederungsgebiet des Tangers, deshalb musste immer wieder mit Grundwasserabsenkungen gearbeitet werden. Doch es hat alles gut geklappt", erklärte sie.

Insgesamt sind in drei verschiedenen Etappen des Wasserwerkumbaus Groß Schwarzlosen seit rund zwei Jahren etwa acht Millionen Euro geflossen, um die Wasserversorgung im Süden des Landkreises zukunftstauglich zu gestalten. Für das Tangerhütter Wasserwerk mit seinem etwa 486 Quadratmeter großen Gebäude wird übrigens noch nach einem Nachnutzer gesucht.