Tangermünde l "Ich muss sie heute Abend erst einmal drücken", sagt Ilja Strittmatter. Der Keramiker aus Sadelkow nahe Neubrandenburg ist unheimlich glücklich - glücklich mit "der Wahl dieses Standortes, mit dem Wetter, dem Besucherandrang und der Organisation des Marktes. Und dafür möchte er sich bei Angelika Otto bedanken.

Die Tangermünder Keramikerin hatte für die 11. Auflage ihres Marktes den Hafen gewählt. "Einige Händler hatten schon Befürchtungen", berichtet sie. Doch die waren spätestens nach dem ersten Markttag wie weggeblasen. "Wir haben hier so viel Platz. Außerdem ist es wunderschön am Hafen. Wir kommen immer wieder gern nach Tangermünde", schwärmt Strittmatter, der mit seiner Kollegin Ayya Wiehle einen Stand hier aufgebaut hat. "Seit sechs oder sieben Jahren kommen wir hierher. Und es ist immer wieder toll."

Das trifft auch auf die meisten anderen Handwerker dieses Marktes zu. Aus vielen Regionen Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns, aus Sachsen, Thüringen und westlichen Bundesländern sind sie angereist, finden jede Menge Interessenten. Bei dieser Vielfalt an Form und Farbe, Design und Herstellungsart ist mit Sicherheit für jeden, der etwas nach seinem Geschmack mitnehmen möchte, dabei.

Kunstobjekte, Gebrauchsgeschirr, Nippes, sogar Schmuck und Kleidung werden auf dem 11. Töpfermarkt geboten. An jedem der 50 Stände herrscht Andrang.

"Ich liebe Töpfermärkte", gesteht Jutta Logoleit. Dafür reise sie quer durch die Republik. "Früher mit meinem Mann. Doch der hat sich meist gelangweilt." Deshalb sei jetzt immer eine Freundin dabei. "Übernachtet wird immer bei Privatvermietern."

"Eine Seite der Stadt kennen gelernt, die ich vorher gar nicht kannte." - Marktbesucherin Ingrid Müller

Und davon hat Tangermünde neben mehr als 500 Hotelbetten reichlich zu bieten. Bereits am Freitagabend war die Stadt bis spät in den Abend belebt, was sich am Sonnabend und Sonntag fortsetzte. Zu sehen gab es für die vielen Besucher mehr als sonst. Denn auch der Marktplatz war trotz Töpfermarkt-Umzug belebt. Dafür hatte der Hansering gesorgt, hatte heimische Händler hier zusammengeholt, die für Essen und Trinken sorgten, ihre Produkte anboten.

Während der Juli-Sitzung des Hanserings hatte Unternehmer Tiemo Schönwald gesagt: "Jeder einzelne ist gefragt, seinen Laden nach draußen zu tragen, sich zu präsentieren." Einige wenige Innenstadthändler setzten das am Wochenende eindrucksvoll um. Für die Kunden wurde beispielsweise ein roter Teppich ausgelegt, hingen Schirme zur Dekoration an der Markise, standen Waren zur Präsentation vor dem Geschäft. Vor anderen herrschte dagegen die übliche Leere wie an jedem normalen Geschäftstag.

"Ich finde, der Markt hatte am Rathaus mehr Flair", sagt eine junge Mutti, als sie durch die Innenstadt schlendert. "Für mich ist es eine Entdeckung. So habe ich eine Seite von Tangermünde kennengelernt, die ich vorher gar nicht kannte", berichtet Ingrid Müller, die ihre Kinder in der Altmark besucht und mit ihrem Enkel unterwegs ist.

Sowohl die Parkflächen an Hafen und Tanger als auch die in der Innenstadt und den Straßen bis hin zum Bahnhof und der Arneburger Straße sind zum Töpfermarkt-Wochenende belegt. "Fast wie zum Burgfest", schildert ein Tangermünder seine Beobachtungen auf dem Weg in die Innenstadt.

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