Ende der neunziger Jahre experimentierten einige westschwedische Studenten im Zentrum von Alingsås (Västergötland) mit der Beleuchtung von öffentlichen Gebäuden.
Die Gemeinde in der Nähe von Göteborg hat daraus ein jährlich wiederkehrendes Ereignis gemacht.
Seitdem kommen jährlich Lichtdesigner und Lichtkünstler aus der ganzen Welt nach Alingsås. Für die Profis werden Workshops angeboten. Für die Allgemeinheit gibt es abendliche Rundwanderungen durch die künstlerisch beleuchtete Innenstadt von Alingsås.

Das Lichtdesign-Festival findet immer von Ende September bis Anfang November statt. Die Lichtinstallationen werden täglich zu demselben Zeitpunkt wie die normale Straßenbeleuchtung an- und ausgeschaltet. Gewöhnliche Objekte und Plätze bekommen hier plötzlich spannende Formen, Farben und Strukturen Manche Installationen wirken gespenstisch, andere beruhigend, gemütlich, wohnlich.

Stendal l Die Idee für dieses Projekt hat Hans-Jürgen Kaschade aus Schweden mitgebracht. In der 25 000 Einwohner großen Stadt Alingsås bei Göteborg hat sich seit der Jahrtausendwende ein inzwischen national und international beachtetes Lichtfestival entwickelt (siehe Infokasten). Über die H&H-Kaschestiftung soll die Idee jetzt auch in Stendal aufgegriffen werden.

Viele Partner aus der Region sollen mitmachen

"Den Stendaler Bürgern aber auch Ortsfremden soll damit unsere Stadt in einem ,anderen Licht` erscheinen. Dabei soll die Aufmerksamkeit mit neuen künstlerischen Methoden auf altbekannte Bauwerke gerichtet werden und diese damit noch stärker ins Bewusstsein der Besucher gerückt werden", erklärt Stiftungs-Vorsitzender Tilman Tögel auf Volksstimme-Anfrage.

Das Interesse von möglichen Partnern sei groß. "Die Stiftung legt großen Wert auf die Einbeziehung möglichst vieler regionaler Akteure", betont er. Ihre Mitwirkung und Unterstützung haben laut Tögel bereits die Stadtwerke, Wohnungsbaugesellschaft, Kreissparkasse, Theater, evangelische Stadtgemeinde, Musik- und Kunstschule und die Hochschule Magdeburg-Stendal zugesagt.

Finanziell will die Stiftung mit einer fünfstelligen Summe das Vorhaben unterstützen und damit "den Löwenanteil" tragen. "Als Hauptpartner" sieht der Stiftungs-Vorsitzende die Stadt Stendal, "die als Hauptprofiteur dieses Events, organisatorisch und logistisch das Projekt wollen muss und begleiten sollte".

Eine erste größere Gesprächsrunde mit den Partnern hat es bereits gegeben. Mit dem Herbert Cybulska aus Frankfurt am Main konnte die Stiftung bereits einen namhaften deutschen Lichtkünstler für die Idee gewinnen.

"Die endgültige Entscheidung, ob das Projekt überhaupt zustande kommt, soll beim nächsten Gespräch der Stiftung mit dem Lichtgestalter und dem Oberbürgermeister Mitte November getroffen werden", kündigt Tögel an.

Ein Termin ist indes bereits ins Auge gefasst worden. Die Zeit von 10 bis 17. Oktober nächsten Jahres biete sich von Wetter- wie Lichtverhältnissen gut an. Ob Marienkirche, Ramelow-Haus, Stadtsee und leere Ladenlokale in der Innenstadt - welche der Projekt in welcher Dimension dann umgesetzt werden können, hänge letztlich von Geldzusagen und Eigenleistungen ab, so der Stiftungs-Vorsitzende.

Spektakel soll keine Eintagsfliege werden

Das Licht-Festival passe ideal zur Kaschade-Stiftung, betont Tilman Tögel: "Unser Ziel ist es, Stendal und die Altmark bekannter zu machen und damit auch wirtschaftliche Effekte zu erzielen, Netzwerke zu knüpfen und Menschen zu begeistern."

Das Farben-Spektakel soll keine Eintagsfliege werden, sondern Jahr für Jahr wachsen und bekannter werden. So wie das schwedische Vorbild.