24 Stunden Arbeitsalltag wie in einer Berufsfeuerwehr - diese Erfahrung machten am Wochenende die Mitglieder der Jugendfeuerwehren Uchtetal und Vinzelberg. Gemeinsam absolvierten sie den Berufsfeuerwehrtag

Uchtspringe/Vinzelberg l Freitagabend 17 Uhr - im Feuerwehrgerätehaus in Vinzelberg richten sich zehn Kinder und Jugendliche für die Nacht ein. Für einen ganzen Tag wollen die Mitglieder der Jugendfeuerwehr den Dienst der Berufsfeuerwehr nacheifern. Im Versammlungsraum stellen die jungen Leute ihre Betten auf, da erreicht sie bereits der erste Alarm.

Die Kinder und Jugendlichen steigen in das Fahrzeug, die Betreuer beringen sie zum Einsatzort. Es ist das Gutshaus in Wittenmoor. Auf den ersten Blick ist nichts Ungewöhnliches zu erkennen. Die Teilnehmer sehen sich alles genau an, finden keinen Einsatzgrund. Da erreicht sie auch schon die Information Fehlalarm. "Auch das gehört zum Feuerwehralltag", schildert David Bloser. Gemeinsam mit Heidi Wölke und unterstützt von acht weiteren Helfern, führt er den Berufsfeuerwehrtag durch.

Die jungen Einsatzkräfte rücken wieder ab und essen Pizza im Gerätehaus. Wenige Zeit später erreicht die Gruppe ein weiteres Einsatzsignal. Wieder geht es nach Wittenmoor. Diesmal sind zwei vermisste Personen im Park zu finden. Es ist mittlerweile schon 21 Uhr. Es ist dunkel. Ausgerüstet mit entsprechender Technik macht sich der Einsatztrupp daran, die Vermissten zu finden. Zwei Feuerwehrkameraden haben sich im Park "versteckt". Nach kurzer Suche werden sie entdeckt und "gerettet". Während die Mädchen und Jungen alles einpacken, um abzurücken, erreicht sie der nächste Hilferuf.

"Wir wollen die Orte und auch die Jugendlichen aus den Orten zusammenbringen"

Heidi Wölke, Jugendwartin

Vom Wittenmoorer Park aus geht es direkt weiter zum Gerätehaus im Ort. Dort wird mittels Nebelmaschine ein Garagenbrand mit starker Rauchentwicklung simuliert. Mit nachgebauter Atemschutzausrüstung und Strahlrohren rückt der Feuerwehrnachwuchs den imaginären Flammen zu Leibe. Zudem hat er die Aufgabe, vermisste Personen aus dem Gebäude zu retten sowie gefährliche Gegenstände herauszuholen. Auch diese Aufgabe meistern sie. "Den Kindern steht auch immer ein Erwachsener zur Seite. An ihn können sie sich jederzeit wenden, wenn sie Fragen haben", berichtet Heide Wölke.

Als die zehn "Berufsfeuerwehrleute" wieder im Feuerwehrdomizil sind, ist es Zeit für die Nachtruhe. Die Kinder legen sich schlafen. Die ersten sind bereits eingeschlafen, da erklingt gegen 22.45 Uhr erneut Alarm. Zügig geht es raus aus dem Bett. Einsatzort ist der Sportplatz in Wittenmoor. Für eine imaginäre Landung eines Rettungshubschraubers sorgt die Jugendfeuer für ausreichend Beleuchtung. Danach geht es wieder zurück auf das Nachtlager.

Der Weckruf erfolgt schon um 6 Uhr morgens. Frühsport ist angesagt. "Das ist wie im Berufsfeuerwehrdienst. Fitness ist angesagt". Erklärt Wölke. Danach gibt es frische Brötchen. Aufgeregt warten die Teilnehmer auf ihren nächsten Einsatz. Immerhin sind schon neun Stunden ohne Alarm vergangen. Dann ist es soweit. Die Kinder und Jugendlichen müssen einen umgestürzten Baum entfernen. Kurz danach werden sie zu einem Brand in der Tischlerei Mende in Vinzelberg gerufen. Auch dort ist die Nebelmaschine im Einsatz. "Wir bedanken uns beim Unternehmen, das uns die Räume zur Verfügung stellte", sagt David Bloser.

Nach soviel Einsatz haben die Jugendwehrmitglieder Hunger. Nudeln mit Tomatensoße und Pudding als Nachtisch stehen schon bereit. Am frühen Nachmittag geht es weiter.

In Vollenschier wird ein Zusammenstoß zwischen einem Lkw und einem Moped nachgestellt. Die jungen Teilnehmer kümmern sich um die Verletzten und beseitigen eine Ölspur, die in diesem Fall, um keine Gefährdung unbeteiligter Personen zu riskieren eine Wasserspur.

Letzter Einsatz ist am Sonnabendnachmittag ein Brand in einem Garten. Diesmal haben die Teilnehmer Gelegenheit, tatsächlich ein kleines Feuer zu löschen. Dieses wurde zuvor extra in Uchtspringe im Garten von Familie Tüngler entzündet. Im Anschluss gab es vor Ort Kuchen. Gegen 17 Uhr endete der Berufsfeuerwehrtag.

Bloser und Wölke bedanken sich bei Familie Tüngler für die Unterstützung. Besonderer Dank gilt auch Kerstin Schober. Das Fördervereinsmitglied kümmerte sich um die Mahlzeiten.

Den Berufsfeuerwehrtag organisiert die Jugendfeuerwehr Uchtetal bereits zum fünftenmal. Zum zweitenmal ist die Jugendfeuerwehr Vinzelberg dabei, diesmal am Standort Vinzelberg. Die Zusammenarbeit beider Jugendfeuerwehren ist dabei keine einmalige Sache. Alle zwei Wochen treffen sich beide Jugendwehren zu gemeinsamer Dienststunden im Feuerwehrgerätehaus in Staats. "Wir wollen die Orte und auch die Jugendlichen aus den Orten zusammenbringen", erklärt Heidi Wölke.

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