Stendal l Das Problem des Legionellenbefalls in der Sporthalle des Stendaler Winckelmann-Gymnasiums wird heruntergespielt. Dies findet zumindest die Vereinsspitze des TTC Lok Altmark Stendal sowie der SPD-Stadtrat Herbert Wollmann.

In der vergangenen Woche hatte sich der Vorsitzende des Kreisschulausschusses, Henning Richter-Mendau (CDU), dahingehend geäußert, dass der Vorfall "kein Skandal", sondern bei den Rahmenbedingungen durchaus normal sei.

"Da fehlen mir die Worte", sagte Herbert Wollmann. Es gebe in einer Stadt und einem Kreis, "die einen Skandal nach dem anderen erleben", einige Verantwortliche, die den Nachweis von Legionellen im Duschwasser in einer Schule als Betriebsunfall abtun wollten. Es könne nicht angehen, dass eine derart "brisante Affäre" nicht einmal auf der Tagesordnung des Schulausschusses stehe, obwohl die Problematik seit Wochen bekannt sei.

Die Tischtennisspieler vom TTC Lok Altmark Stendal sind ebenfalls irritiert, wie der Vorsitzende Andreas Lepel und Ronald Burchard in einer gemeinsamen Erklärungen gestern mitteilten. Als Hauptnutzer der Halle - neben der Schule - können sie die Aussage einer Verwaltungsmitarbeiterin im Schulausschuss nicht nachvollziehen. Dorit Krüger vom Bauordnungsamt hatte im Ausschuss geäußert, dass die geringe Nutzung der Duschen mit ursächlich für die Legionellen seien. Als weiteren Grund hatte sie genannt, dass die Duschen nicht auf 60Grad erhitzt werden.

Tischtennisspieler nutzen die Halle sehr intensiv

An drei Trainingstagen wöchentlich seien die Spieler in der Halle aktiv. Außerdem sei der Verein immer wieder Ausrichter von Turnieren, sagen Lepel und Burchard. Mit mehr als 80 Mitgliedern sei der TTC Lok einer der größten Tischtennisvereine Sachsen-Anhalts. "Alle dürfen davon ausgehen, dass die erwachsenen Spieler die Duschen intensiv nutzen." Der Ausfall der Duschen bedeute eine erhebliche Einschränkung. "Wir sind der Meinung, dass eine Duschanlage in einem öffentlichen Gebäude so ausgelegt sein muss, dass sie jederzeit die notwendige Mindesttemperatur gewährleistet."

Herbert Wollmann fragt sich, ob statt der Rahmenbedingungen und der genanten "Wasserstagnation" nicht vielmehr Sparmaßnahmen bei der mangelnden Wärmezufuhr eine Rolle spielen. Außerdem: "Waren die Wartungsverträge, soweit vorhanden, zu teuer und wurden gekündigt oder gibt es vielleicht keine? Sind notwendige Reparaturarbeiten versäumt worden? Wurde die Solaranlage unsachgemäß betrieben? Wurde die Anlage während der Sommerferien ordnungsgemäß in Stand gehalten?" Die Verwaltung müsse für Aufklärung sorgen, fordert der SPD-Stadtrat.