Was wird aus dem ehemaligen Uppstall-Kaufhaus? Der Aktionstag im Juni war auch eine Ideenbörse, aus der inzwischen erste Gespräche des Vermieters mit Interessenten geworden sind.

Von Egmar Gebert

Stendal l Uppstall 34/35 - es liegt schon einige Zeit zurück, als das die Adresse eines Kaufhauses im Norden der Stendaler Breiten Straße war. Im Dezember 2011 schlossen sich die Türen des Uppstall-Kaufhauses für immer. Das heißt, einmal noch - es liegt kein halbes Jahr zurück - gaben sich die Stendaler dort die Klinke in die Hand. Das Gebäude wurde für einen Tag zum Kulturtempel. "Heimatperspektiven", ein Projekt unter Federführung des Theaters der Altmark, wurden darin gezeigt. Die Stendaler waren zum Mitmach-Fest eingeladen. Die Idee, die hinter dem Fest und den verschiedenen kulturellen Angeboten stand: Wir füllen leere Gebäude mit Leben.

Visionen mit Potenzial, Wirklichkeit zu werden

Für den einen Tag im Juni ging die Rechnung mehr als auf. Für die Zeit darüber hinaus bleibt es eine Vision - eine mit dem Potenzial, Wirklichkeit zu werden, ist David Lenard überzeugt.

Der damalige Projektleiter dieses kulturvollen Festes im ehemaligen Kaufhaus schöpft seinen Optimismus aus einer der vielen Aktionen, zu denen die Besucher des Festes und damit des Ex-Kaufhauses eingeladen waren. Auf speziell gedruckten Karten konnten sie sich zu möglichen Perspektiven für das alte Kaufhausgebäude äußern. Fitnessstudio oder Café, Bücheroase oder Indoorspielplatz? Eine Kombination aus diesem und jenem? Oder etwas ganz Anderes? Es blieb viel Raum für die Fantasie der Stendaler. Und sie nutzten ihn.

Ein bunter Strauß der Ideen, so könnte man den üppigen Stapel ausgefüllter Antwortkarten nennen, der letztendlich auf dem Schreibtisch von David Lenard landete.

Für den Vorschlag, Gastronomie der kleinen, genussvollen Art in Form eines Cafés in dem Haus anzusiedeln, ließen sich viele der Gäste des Mitmachfestes begeistern, gern auch in Kombination mit einem Buchladen mit Leseecke. Auf großen Anklang, geht man nach den Vorschlägen der Stendaler, könnte auch ein Fitnessstudio hoffen. Manch jüngerer Besucher des Aktionstages könnte sich für eine Diskothek begeistern. Das Geschäftshaus in einen ständigen Platz für Kunst und Kultur zu machen, es für Ausstellungen und andere Formen der Begegnung mit Kunst zu nutzen, gehörte ebenfalls zu den Ideen. Andere könnten sich ein Autohaus in der unteren Etage vorstellen, oder eine Kletterhalle über beide Etagen. Zu den Ideen, gehören auch solche, die den Bedürfnissen der Menschen im direkteren Umfeld des Geschäftshauses Rechnung zu tragen scheinen.

4000 Quadratmeter sind ein Problem

So war eine Einkaufsmöglichkeit für Waren, die man tagtäglich braucht, einer der Wünsche. Ein Treffpunkt der Generationen ein anderer. Das solche Hinweise gerade hier gemacht wurden, überraschte die Initiatoren der Aktion nicht. In der Nachbarschaft des ehemaligen Kaufhauses befindet sich ein Alten- und Pflegeheim. Einig waren sich alle Gäste des Aktionstages: In das repräsentative Haus in der Stendaler Einkaufsmeile sollte schnellstmöglich wieder Leben einziehen.

Das läge auch im Interesse von André Frost. Seine Firma ist im Auftrag des Eigentümers des Hauses tätig. Allerdings sei das leichter gesagt als getan. "Fitnesscenter ist eine gute Idee" sagt André Frost, doch dann kommt ein Aber.

Das "Problem dieses Hauses", so der Fachmann, sei die zusammenhängende, auf zwei Etagen verteilte Geschäftsfläche von rund 4000 Quadratmetern. "Das ist kaum vermietbar. Darum wollen wir die Flächen teilen, in die obere und untere Etage. Das wiederum bedeutet Investitionen unter anderem in notwendige Brandschutzmaßnahmen in jeder der beiden Etagen. Da kommen sechsstellige Beträge zusammen", nennt Frost ein Beispiel dafür, warum dem Eigentümer des Hauses an langfristigen und sicheren Mietverhältnissen gelegen sein müsse.

André Frost ist allerdings zuversichtlich, dass er solche Mieter auch finden wird. "Wir sind auf einem guten Weg, führen derzeit konkrete Gespräche mit zwei Interessenten. Die sind aber noch in einem so frühen Stadium, dass ich ihnen Konkreteres noch nicht sagen kann. Fragen sie mich zum Jahresende noch einmal, das wäre eine gute Zeit", nannte er noch keine Details.