Stendal (dly) l Lange Zeit hatte die Altmark - in erster Linie der Landkreis Stendal - mit einem Schlusslicht-Image zu kämpfen, wenn es um Arbeitslosenzahlen ging. "Jetzt sind wir nicht mehr schlechter als der Landesdurchschnitt", freute sich am Donnerstag Markus Nitsch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Stendal, während der Vorstellung der Oktober-Zahlen. Den Landesdurchschnitt erreicht zu haben, war für ihn und seine Mitarbeiter aber nicht der alleinige Grund, eine Flasche Sekt - in einer Bundesbehörde natürlich alkoholfrei - zu öffnen. Der Hauptgrund: "Noch nie gab es seit der Wiedervereinigung in der Altmark weniger Arbeitslose. Erstmals ist die Arbeitslosenquote unter die zehn Prozent gefallen", erklärte Markus Nitsch, der dies als wichtiges Signal für die Region wertet.

Altmarkkreis Salzwedel liegt unter Durchschnitt

Aktuell liegt die Quote bei 9,8 Prozent und damit um 0,4 Prozentpunkte unter der des Monats September und um acht Prozentpunkte unter dem Wert für den Oktober 2013. Erfahrungsgemäß wird die Arbeitslosenzahl in den Wintermonaten wieder steigen und damit auch die Quote. Das nächste Ziel sei aber, einen Wert unter zehn Prozent als Jahresdurchschnitt zu erreichen, sagte Markus Nitsch.

Noch vor zehn Jahren lag die Quote bei 20,9 Prozent, damals waren mehr als 25000 Menschen arbeitslos. Im Monat Oktober dieses Jahres waren 10515 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet - zum Vormonat ein Rückgang um 462 Personen. Von den 10515 Männern und Frauen wurden 2360 von der Agentur für Arbeit betreut (228 weniger als im Vormonat) und 8155 von den Jobcentern Stendal und Altmarkkreis Salzwedel (234 weniger als im September). Im Oktober beendeten 2640 Personen ihre Arbeitslosigkeit, im Gegenzug meldeten sich 2184 arbeitslos.

Die Arbeitslosenquote von 9,8 Prozent für den Agenturbezirk Stendal setzt sich aber aus doch unterschiedlichen Zahlen für die Altmark-Landkreise zusammen. Im Landkreis Stendal liegt die Oktober-Quote bei 11,4 Prozent und im Altmarkkreis Salzwedel bei 7,7 Prozent, in beiden Fällen ein Rückgang um 0,4 zum Vormonat.

Rund 1300 offene Stellen gibt es aktuell

Gute Nachrichten gab es aber noch mehr: Die Agentur für Arbeit Stendal konnte in diesem Jahr - Quartalsstichtag mit gesicherten Zahlen war der Monat März - den höchsten Stand bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten verzeichnen. "Gerade für die jungen Leute bietet die Altmark viele Beschäftigungschancen, die noch mehr genutzt werden sollten", sagte Markus Nitsch und fasste die aktuellen Zahlen so zusammen: "Die Altmark entwickelt sich."

Auch wenn er mit den Prognosen für 2015 vorsichtig umgehe, ist der Arbeitsagentur-Chef optimistisch, dass sich die positive Entwicklung fortsetzen werde. Diesen Optimismus nimmt er zum Beispiel aus dem Anstieg bei den offenen Stellen. Aktuell gibt es in der Altmark rund 1300 offene Stellen. Gesucht werden hauptsächlich Fachkräfte in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Helfer in der Kunststoff- und Kautschukherstellung, Elektriker, Tischler, Berufskraftfahrer sowie Büro- und Sekretariatskräfte. Nitsch: "Die Chancen in der Altmark nehmen zu."

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