Orchester trifft Schauspiel und Schauspiel trifft Orchester - das klingt nicht nur harmonisch - genau das ist es auch. Und zwar nicht nur für das Publikum, sondern auch für Kassen beider Häuser.

Stendal l "Diese Kooperation ist eine Win-Win-Situation, und zwar nicht nur für unsere beiden Häuser, sondern auch für die Stadt. Und für die Besucher auch. Eigentlich für alle", schwärmt TdA-Intendant Alexander Netschajew. Gemeint ist die Zusammenarbeit mit dem Stadttheater in Brandenburg, genauer gesagt, mit dessen Sinfonieorchester. In diesem Jahr arbeiten die beiden Häuser bereits die vierte Spielzeit zusammen. Mit Erfolg, denn was wäre ein Schauspiel ohne die passende Musik - und zwar nicht vom Band, sondern live aus dem Orchestergraben. "Dafür haben wir ihn ja schließlich auch", sagt Netschajew.

Die Zusammenarbeit funktioniere vor allem deshalb so gut, weil beide Häuser diese Kooperation gewollt haben, erklärte dazu der Geschäftsführer des Brandenburger Theaters. "Die Sinfoniekonzerte sind sowohl in Brandenburg als auch in Stendal immer ausverkauft. Musik verbindet eben, da kommen immer viele Menschen zusammen."

Dass Musik aber nicht nur die Menschen miteinander verbindet, sondern auch Grenzen überwindet, dafür ist die Kooperation beider Häuser ein Beispiel. Gewollt war diese Vernetzung anfangs nicht unbedingt. Dem kulturellen Rahmen stand eine spröde Einnahme-Ausgaben-Rechnung gegenüber.

"Wir haben aber an der Idee festgehalten, weil wir von Anfang an wussten, dass sie gut ist", erklärt Heyne weiter. Und Alexander Netschajew ergänzt: "Es ging vor allem darum, dass die Einnahmen aus den Gastveranstaltungen immer innerhalb des Landes liegen sollen. Brandenburg ist aber nun mal Brandenburg und nicht Sachsen-Anahlt. Und das war das Problem."

Doch wo ein Wille ist, ist meist auch ein Weg. "Wir haben es so geregelt, dass die Honorare, für das Theater in Brandenburg und für das Stendaler Theater gleich hoch sind", erklärt Jörg Heyne. Das funktioniere insoweit hervorreagend, weil dann eben das TdA und das Theater in Brandenburg mit ihren jeweiligen Gastveranstaltungen die gleichen Einnahmen und Ausgaben, sodass der Finanzrahmen ausgeglichen ist. "Dabei kommt aber hinzu", so Netschajew, "dass die Kooperationsveranstaltungen immer so gut besucht sind, dass wir damit sogar Gewinn einfahren. Das macht es unseren anfänlgichen Skeptikern natürlich noch einfacher, uns einfach zu vertrauen und uns gewähren zu lassen."

Zwölf Sinfonie-Konzerte wird es in der aktuellen Spielzeit geben. Sechs in Stendal, sechs in Brandenburg. Aber auch für die Operette "Maske in Blau", die am 15. November in Stendal Premiere hat, reisen die Brandenburger Symphoniker an. "Und nicht mal das ist problematisch, weil die Anfahrt so kurz ist, dass sich niemand wegen der Übernachtung sorgen muss. Trotz der Tatsache, dass wir Landesgrenzen überwinden müssen", sagt er mit einem Augenzwinkern.

So klingt also alles ganz prima, alle Beteiligten scheinen zufrieden. Was bleibt, ist die Frage nach besonderen Herausforderungen - so es denn welche gibt? Da geraten sowohl Netschajew als auch Heyne ins Schmunzlen. "Die Jugend", sagt Heyne, "die wollen wir noch erreichen, und zwar nicht nur im Dreivierteltakt. Da müssen wir noch dran arbeiten."

Premiere

"Maske in Blau", TdA, 15. November 2014, Karten gibt es unter: 03931-365777