Wie kann sich die Hochschule in Stendal noch mehr als bisher vor Ort einbringen? Und was wünschen sich die Studenten im Gegenzug von Unternehmen oder von Kultureinrichtungen? Darum ging es gestern einen ganzen Tag lang auf dem Campus.

Stendal l In Eisenhüttenstadt geboren, sechs Jahre in Leipzig gelebt - danach zog es Thomas Pohl in die Altmark. Denn am Hochschulstandort Stendal hat er Kindheitswissenschaften studiert. Während eines Praktikums lernte er die Kinderhof Merzen gGmbH kennen, die im Altmarkkreis Salzwedel mehrere Standorte für Kinder- und Jugendwohngruppen unterhält. Mittlerweile hat Thomas Pohl seinen Abschluss in der Tasche - und eine Anstellung beim früheren Praktikumsbetrieb. Er arbeitet in der Merzen-Einrichtung in Winterfeld.

Gestern Vormittag kehrte er an den Stendaler Hochschul- standort zurück, um seinen Arbeitgeber vorzustellen - unter anderem den aktuellen Studenten, die nach einem geeigneten Praktikumsplatz suchen. An seiner Seite hatte er Natalie Eckert, die derzeit Kindheitswissenschaften in Stendal studiert und beim Kinderhof Merzen gerade ein Praktikum geschlossen hat.

Beide personifizieren damit das, was die Organisatoren der dritten ConnectYou, der Messe für Sozialwirtschaft und Wirtschaft, erreichen wollen - dass Schüler und Studenten bei Betrieben, Verbänden, Organisationen, Selbsthilfegruppen, Behörden und anderen Partnern Praktikumsplätze und Lehrstellen finden und danach vielleicht sogar eine Anstellung. So wie bei Thomas Pohl, der die Chance in der Altmark nutzt, um Berufserfahrungen zu sammeln.

Mehr als 40 Aussteller - darunter Lebenshilfe und Parität, Arbeitsagentur und Jobcenter, Diakoniewerke, BIC Altmark, Theater der Altmark, Sozialkaufhaus, Flechtwerk Demenz, Krankenkassen und Bildungswerke - präsentierten sich während der Messe auf dem Campus an der Osterburger Straße. Die Hochschule verband dies mit einer Art Tag der offenen Tür, der Gespräche mit Professoren ebenso bot wie Campus- und Museumsführungen.

Wie der Name verrät - connect ist das englische Wort für vernetzen, verknüpfen -, diente die Messe zum Aufbau von Netzwerken oder Verknüpfen vorhandener Netzwerke. Sie bot den Teilnehmern ausreichend Gelegenheiten zum Austausch, zu intensiven Gesprächen, zu Verabredungen, die Zusammenarbeit aufzubauen oder zu intensivieren. Prof. Dr. Anne Lequy, Rektorin der Hochschule Magdeburg-Stendal, brachte es so auf den Punkt: "Die Hochschule steht für gelebte Praxisnähe." Und Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) sagte: "Die Hochschule ist ein Impulsgeber für die Stadt. Es ist ein Segen, die Hochschule hier zu haben."

Verknüpfung - darum ging es auch am Nachmittag bei der ersten Altmärkischen Netzwerkkonferenz. In Workshops wurde die Zusammenarbeit zum Beispiel im Bereich Kultur oder zwischen der Hochschule und den Kommunen besprochen, bevor die Konferenz mit einer Podiumsdiskussion ausklang (Bericht folgt).