Stendal l Ein 25-jähriger Salzwedeler musste sich am Donnerstag am Landgericht Stendal für den Vorwurf des sexuellen Mißbrauchs von zwei minderjährigen Kindern verantworten, die beide zur Tatzeit elf Jahre alt gewesen sind. Der Angeklagte soll im Zeitraum September/Oktober 2013 einem der beiden Mädchen ein Video per Internet zugeschickt haben, auf dem der Salzwedeler sich selbst befriedigt hat. Das andere Mädchen soll er aufgefordert haben, ihm ein Video zu schicken, wo das Kind sich ebenfalls sexuell befriedigt. Das Kind ist nicht darauf eingegangen. Stattdessen meldeten sie sich bei der Polizei und zeigten die Taten an.

Er könne sich nicht daran erinnern, dem einen Mädchen ein Video von sich geschickt zu haben, sagte der 25-jährige Mann gestern vor der Jugendkammer unter Vorsitz von Richter Ulrich Galler aus. Gleichwohl habe er ein solches Video schon mal versandt, räumte der Mann nach einigem Nachfragen des Gerichtes ein. "An meine Ex-Freundin habe ich das geschickt und die ist erwachsen und hat sogar zwei Kinder", sagte er.

Dem damals elfjährigen Mädchen habe er lediglich ein Foto seines Geschlechtsteils gesandt, wobei er das Alter des Kindes nicht gekannt haben will. Als er das Alter erfahren habe, da habe er sich sofort entschuldigt, sagte der Angeklagte. Von dem anderen Mädchen habe er lediglich ein "normales Bild" angefordert, bei dem diese voll bekleidet sein sollte. "Das mit den Bildern war eine saudoofe Idee", sagte er.

Kommunikation lief über Facebook

Die Kommunikation des Angeklagten mit den Mädchen lief zum großen Teil über Facebook. Von dem einen Mädchen habe er aber auch die Handynummer gehabt und schon mal über das Portal Kik-Messenger korrespondiert, sagte er aus. Bei letzterem Internet-Dienst hat er nach eigenen Angaben mit einem Profilbild seines Geschlechtsteils agiert. "Sie haben da so ein schlaffes Ding reingestellt?", wollte Richter Galler wissen.

Richter Galler wies in der Verhandlung darauf hin, dass der Angeklagte derzeit unter Bewährung steht. Das Amtsgericht Salzwedel hatte ihn im März dieses Jahres wegen Einbruchsdiebstahls zu acht Monaten und neun Monaten verurteilt. Außerdem hatte er 100Stunden gemeinnützige Arbeit abzuleisten. "Das habe ich pünktlich gemacht", sagte der Angeklagte. Er habe sich dadurch sogar noch Ärger mit seinem Arbeitgeber eingehandelt.

Der Richter hatte den Angeklagten am Beginn der Verhandlung darauf hingewiesen, dass sich ein umfassendes Geständnis in seinem Fall strafmildernd auswirkt, da dann den beiden Kindern die Aussage erspart bleibe. Nach den Einlassungen vom gestrigen Tag werden die beiden mittlerweile zwölfjährigen Kinder nun doch in der kommenden Woche als Zeugen vorgeladen.