Unter realen Bedingungen trainierten Feuerwehrleute aus Tangermünde und den Ortschaften am Sonnabend den Einsatz in einer brennenden Wohnung. Extra dafür rollte der Brandcontainer aus Barby an.

Tangermünde l Nur der Name "Fire House" ließ vermuten, was sich im Inneren des großen schmucklosen roten Metallquaders abspielte, der da am Sonnabend auf dem Tangermünder Zirkusplatz stand. In kompletter Montur und unter Atemschutz verschwanden die beiden Bucher Marten Riemann und Tino Nitze in ihm und schon wurden sie von Ralf Hankewitz in Schach gehalten. Er saß am Schaltpult des Brandcontainers und heizte, im wahrsten Sinne des Wortes, den beiden Feuerwehrleuten ein.

Das Feuer fackelt an vier verschiedenen Orten

Riemann und Nitze bewegten sich tief gebückt mit Strahlrohr in der Hand durch die Attrappe einer Wohnung. Mal züngelte das Feuer an der Treppe, dann standen wieder Gasflasche in Flammen und wenige Sekunden später bekamen es die Männer mit dem gefürchteten Flashover zu tun. Die Feuerwalze bedrohte sie von der Decke aus. Nach Belieben kann Hankewitz an vier verschiedenen Stellen in dieser Hölle das Feuer per Gas entfachen, die Männer oder Frauen im Inneren mit seinen Flammen überraschen. Durch eine Scheibe von Teufels Küche getrennt, verfolgt er das Geschehen. Der Ablauf wird peinlich genau dokumentiert, damit eventuelle Fehler beim Löschangriff mit den Kameraden ausgewertet werden können. Hankewitz bedient übrigens einen von nur vier Brandcontainern, die in Deutschland stationiert sind. Selbst in Österreich, der Schweiz oder Italien ist er im Einsatz

Nach 20 Minuten war für die beiden Bucher der Spuk vorbei. Sichtlich geschafft aber glücklich darüber, die Feuerprobe bestanden zu haben, entstiegen sie dem Flammenmeer und übergaben den Staffelstab an das nächste Zweierteam. Insgesamt warteten 20 Kameraden aus Tangermünde, Miltern, Buch und Langensalzwedel auf ihren Einsatz in der 500 bis 600 Grad heißen Umgebung.

Einmal jährlich können die Brandbekämpfer der Kommune in dem Container trainieren, war von Stadtwehrleiter Michael Classe zu erfahren. In Frage kommen nur Atemschutzgeräteträger, die entsprechend ausgebildet sind und regelmäßig medizinisch untersucht werden. Diese Übung unter realen Bedingungen sei deshalb so wichtig, weil es die Kameraden Gott sei Dank zunehmend weniger mit den klassischen Brandeinsätzen zu tun haben. Meist stünden in heutiger Zeit technische Hilfeleistungen auf dem Programm. Classes Ziel sei es, dass jeder in Frage kommende Atemschutzgeräteträger aller drei bis vier Jahre einmal die Übung im Container absolviert, damit er im Training bleibt.

Ganz billig ist die Übung im Brandcontainer nicht. Die Tangermünder teilten sich deshalb die Kosten mit den Feuerwehrleuten der Gemeinde Jerichow, die am Sonnabendnachmittag zum Üben anrückten.

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