Freitag findet zum elften Mal der bundesweite Vorlesetag statt, und auch Stendal und umliegende Orte machen mit. In acht Grundschulen, einer Kita und acht weiteren Einrichtungen werden 60 Vorleser Geschichten zu Gehör bringen.

Stendal l Wann haben Sie sich zuletzt etwas vorlesen lassen? Vielleicht gerade neulich zum Einschlafen von Ihrem Mann, Ihrer Frau oder Ihrem Kind? Oder war es gestern ein Hörbuch auf der Fahrt zur Arbeit? Oder finden Sie es gar albern, sich als Erwachsener etwas vorlesen zu lassen? Dann gehören Sie aber vielleicht zu jenen, die lieber selbst vorlesen? Dann könnten Sie sich jetzt schon mal den 20. November 2015 vormerken - dann ist wieder bundesweit Vorlesetag.

Für die diesjährige Aktion, die kommenden Freitag in Stendal und Umgebung in acht Grundschulen, einer Kita und acht weiteren Einrichtungen wie Hospiz und Seniorenheimen stattfindet, hat sich neben 59 anderen auch Carolin Heimann angemeldet. Die 26-jährige Studentin der Kindheitswissenschaften mag beides gern - sich vorlesen lassen und selbst vorlesen. Und gerade weil ihr Letzteres großen Spaß macht, wird sie diesen Freitag für eine Unterrichtsstunde in einer dritten Klasse der Juri-Gagarin-Schule als Vorleserin zu Gast sein. "Kinder sind das beste Publikum, sie sind schnell zu begeistern", sagt sie aus Erfahrung. Im Rahmen eines Praktikums hat sie schon einmal in einem Kindergarten vorgelesen.

Am Freitag bringt Carolin Heimann gleich drei Bücher zur Auswahl mit: "Räuber Hotzenplotz" von Otfried Preußler, dann das ist das Lieblingsbuch aus ihrer eigenen Kindheit: "Pippi Langstrumpf geht an Bord" von Astrid Lindgren und "Endres, der Kaufmannssohn" von Anke Bär - allesamt Bücher, die reichlich mit Illustrationen ausgestattet sind. "Kinder lieben ja Bilder und Zeichnungen", sagt die Vorleserin.

Ihre Affinität zu Kinderbüchern kommt nicht von ungefähr. Im Rahmen ihres Studiums der Angewandten Kindheitswissenschaften an der Hochschule in Stendal belegt Heimann auch ein Seminar zu Kinderliteratur, welches wiederum von der Autorin Anke Bär gehalten wird, deren Buch "Endres" Carolin Heimann so begeistert. "Die Illustrationen sind alle handgefertigt, die Schrift ist kalligrafiert, und der Titelheld Endres vermittelt Geschichte spielerisch, es geht um das Leben in einer mittelalterlichen Hansestadt."

Carolin Heimann selbst lässt sich übrigens auch gern vorlesen. "Zuletzt war ich bei Max Moor hier im Theater, das war sehr schön. Ich gehe gern zu Lesungen."

Und wenn es nach ihr ginge, könnte man den Vorlesetag "ruhig öfter veranstalten, wenigstens zweimal im Jahr". Sie wäre auf jeden Fall dabei.