Bis zum Ende der Woche sollen alle neuen gelben Tonnen ausgeliefert sein. Im großen und ganzen sei diese Aktion auch problemlos gelaufen. Wo es Probleme gab, würden sie gelöst, sagt Madlen Gose, Geschäftsführerin der ALS-Abfallentsorgung, und: "Es gibt genügend gelbe Tonnen."

Stendal l "Mit dem Ende dieser Woche wird die Erstverteilung der gelben Tonnen abgeschlossen sein." Madlen Gose, Geschäftsführerin der Stendaler ALS-Abfallentsorgungsgesellschaft, sagte das gestern auf Nachfrage der Volksstimme. Die Betonung liegt auf dem Wort Erstverteilung. Wie sich in den vergangenen dreieinhalb Wochen gezeigt hat - am 27. Oktober wurden die ersten gelben Tonnen des neuen Entsorgers (Tangerhütter Cont-Trans GmbH) ausgeliefert - müssen in Einzelfällen Tonnen nachgeliefert werden, anderen Orts diese oder jene Tonnen wieder eingesammelt werden.

Fehler werden ab nächste Woche korrigiert

Beispiel: Ein Grundstück, zwei Haushalte. Geliefert wurde eine Tonne, weil ein Grundstück und laut vorhandener Übersicht auch eine Familie. Inzwischen aber hat die Tochter oder der Sohn seinen eigenen Hausstand gegründet, lebt aber nach wie vor auf dem Grundstück, im Haus der Eltern. In diesem Fall bekommt der zweite Haushalt dieses Grundstücks seine eigene Tonne. Anders herum: Wo es bislang zwei Haushalte gab, existiert jetzt nur noch einer. In dem Fall wird die zuviel gelieferte gelbe Tonne wieder abgeholt.

Mit diesen Korrekturen wird in der kommenden Woche begonnen. Niemand müsse deshalb nervös werden, versichert Madlen Gose. Bis Ende Dezember habe jeder die gelbe Tonne oder Tonnen, die er benötigt. "Es sind ausreichend gelbe Tonnen eingelagert", versichert die ALS-Geschäftsführerin und tritt damit Gerüchten entgegen, dass die Tonnen nicht ausreichen würden, um jeden Haushalt damit zu versorgen. Woher auch immer diese Vermutung stammte, die auch dazu führte, dass bereits Leute bei Cont-Trans vor der Tür standen und sich ihre gelbe Tonne abholen wollten - sie ist unbegründet. Madlen Gose bittet in diesen Fällen um etwas Geduld. "Die Tonnen werden ausgeliefert", versichert sie.

Dereartige Sorgen brauchen sich auch die Vermieter von Großwohnanlagen, in denen bereits gelbe Container eingesetzt sind, nicht zu machen. Der Tausch dieser Behälter wird im Dezember erfolgen. Der bisherige Entsorger Alba nimmt seine Container nach der letzten diesjährigen Leerung mit. Der neue Entsortger Cont-Trans stellt die neuen Container im Anschluss auf und entsorgt die Leichtverkaufsverpackungen in ihnen ab dem ersten Termin des nächsten Jahres.

Gelbe Säcke nur noch im Ausnahemfall

Die Zeit der gelben Säcke soll dann entgültig vorbei sein. Ob man sie, wie im östlichen Nachbarkreis Jerichower Land - dort wurde vor einem Jahr von gelbem Sack auf gelbe Tonne umgestellt - dennoch nutzen kann, falls der Platz in der gelben Tonne in einem Monat mal nicht ausreichen sollte?

So lange die Leute im Landkreis Stendal noch gelbe Säcke haben, können sie diese für so einen Ausnahmefall - Madlen Gose spricht von "temporärem Mehrbedarf" - nutzen. Das klassische Beispiel sei der Geburtstag. Die Geschenke sind meist so üppig verpackt, dass deren Entsorgung selbst eine 240-Liter-Tonne überfordert. Zwar wird es im Landkreis Stendal dafür im kommenden Jahr keine gelben Säcke mehr geben, doch können die Ostaltmärker in so einem Ausnahmefall transparente Säcke nehmen.

Das funktioniert auch bei den südlichen Nachbarn in der Börde. "Eine gute Sache", ordnet Stephanie Schuster, Sachgebietsleiterin im Eigenbetrieb Abfallentsorgung des Bördekreises, die gelbe Tonne ein, die dort schon seit einigen Jahren genutzt wird. "Wenn das Volumen der Tonne einmal nicht reicht, kann ein durchsichtiger Sack daneben gestellt werden." Allerdings: In der Börde wird gelbe Tonne im 14-Tage-Rhythmus geleert, im Landkreis Stendal wird das nur alle vier Wochen geschehen. Darum wird ab 2015 in der Ostaltmark gelten: Wo nachweislich soviel Leichtverpackungsmüll anfällt, dass eine 240-Liter-Tonne bei vierwöchentlicher Entleerung nicht genügt, wird eine zweite gelbe Tonne zur Verfügung gestellt.

Leerung alle vier Wochen genügt nicht für jeden

Nach den Erfahrungen von Henning Gehm, Geschäftsführer der Abfallwirtschafts GmbH im Jerichower Land, ist das nicht der Königsweg. Etwa 15 bis 20 Prozent der Haushalte im Jerichower Land könnten aus Platzgründen keine zweite Tonne stellen, hätten aber den Bedarf. Die vierwöchentliche Leerung der Tonnen sei demnach nicht optimal. "Bei der nächsten Ausschreibung, das ist in zwei Jahren und zwei Monaten, werden wir den Abfuhrrhythmus im Jerichower Land auf drei Wochen verkürzen."