Stendal l Das Magazin "Stern" machte in der vergangenen Woche eine Rechnung auf, wonach Eltern von der Geburt eines Kindes bis zum 18. Lebensjahr durchschnittlich knapp 132000 Euro investieren. Auch in der Stendaler Stadtverwaltung macht man sich derzeit intensiv Gedanken über die Ausgaben für den Nachwuchs.

Zu Buche schlagen hier in den Betreuungseinrichtungen vor allem die Personalkosten. Knapp 10 Millionen Euro müssen pro Jahr an Gehalt an die Mitarbeiter der Kindertagesstätten gezahlt werden, bei Gesamtkosten von etwa 12 Millionen Euro. Dazu kommen noch die Mitarbeiter der Horte (knapp 920000 Euro). Wie bisher sollen Eltern 45 Prozent der Kosten tragen, die Stadt übernimmt 55 Prozent.

Die Hauptkosten tragen Eltern, deren Kinder in Kindergärten betreut werden. Sie sollen ab dem nächsten Jahr pauschal 13 Euro pro Monat mehr zahlen. Eltern, deren Kinder in Kinderkrippen betreut werden, sollen um 10Euro entlastet werden. Die Beiträge für den Hort bleiben konstant. Die Stadt hat für die Kalkulation alle Kosten bei den eigenen sowie den Einrichtungen von freien Trägern addiert. Daraus ergibt sich ein neuer Beitragssatz, der zunächst befristet für ein Jahr gelten soll.

Das soll sich ändern:

Die Kosten für einen Kindergartenplatz steigen um 13 Euro pro Monat. Dann müssen Eltern für einen Kindergarten-Platz mit einer Acht-Stunden-Betreuung 126 Euro bezahlen, statt bisher 113.

Im Gegenzug sinkt der Beitrag für die Kinderkrippe um zehn Euro. Statt wie bisher 200Euro müssen die Eltern dann 190 Euro für eine 8-Stunden-Betreuung ausgeben. Weiter ist geplant, dass es Subventionierungen in Höhe von 20 Euro für Hort-Plätze geben soll, nämlich dann, wenn Familien ein Kind in der Krippe und ein weiteres im Hort betreuen lassen. "Das ist eine Sonderregelung", erklärte Torsten Mehlkopf, Leiter des Amtes für Jugend, Sport und Soziales der Stadt Stendal, im Sozialausschuss. "Bisher war es nur möglich, dass es Förderungen gibt, wenn Eltern ein Kind in der Krippe und ein Kind im Kindergarten haben", so Mehlkopf.

Das soll bleiben:

Der Beitrag für die Horteinrichtung bleibt konstant. Für eine nachmittägliche Betreuung von zirka 3 Stunden zahlen Eltern weiterhin 39 Euro.

Die Stadt wird sich auch weiterhin an den Kosten für die Betreuungsplätze beteiligen und zwar in einem Umfang von 55 Prozent. Die anderen 45 Prozent übernehmen die Eltern.

Folgen:

Die neue Betreuungssatzung wurde gemeinsam mit den Elterngremien und der Stadtverwaltung erarbeitet. Allerdings gab es von der Kämmerei der Hansestadt ein deutliches "Nein". Die Haushaltssituation der Stadt würde diesen Vorstoß nicht zulassen.

Ob und wie weit sich die neue Satzung auf die Personalentwicklung auswirken wird, dazu gab es bis Redaktionsschluss noch keine Auskunft von der Stadt.

Hintergründe:

1216 Kinder besuchen die städtischen Kindergärten, fast doppelt so viele, wie die Krippe (520) und den Hort (598). Für den Kindergarten fallen die meisten Kosten an. Nicht nur, weil der Bedarf an einer 10-Stunden-Betreuung gestiegen ist, sondern auch weil durch die Tariferhöhungen mehr Personalkosten anfallen.