Das Problem der Legionellenbelastung in den Duschen des Winckelmann-Gymnasiums ist noch immer nicht behoben. Im Schulausschuss der Hansestadt war das erneut Thema und Grund für viel Unmut, der sich gegen den Landkreis richtet.

Stendal l Als Sachstandsinformation gedacht, wurde das Thema Legionellen in den Sporthallenduschen des Winckelmann-Gymnasiums zum meist diskutierten der Sitzung des städtischen Schul- und Sportausschusses am Dienstagabend. Torsten Mehlkopf, Jugend-, Sport- und Sozialamtsleiter, berichtete über ein diesbezügliches Gespräch mit der Hochbauamtsleiterin des Landkreises, Anja Krüger. Der Landkreis ist als Träger des Winckelmann-Gymnasiums auch für deren Sporthalle inklusive Sanitärbereich zuständig. Die für das Erhitzen des Wassers erforderlichen Anlagen könnten nicht auf die für das Abtöten der Legionellen erforderliche Temperatur von mindestens 60 Grad Celsius heraufgefahren werden, gab Mehlkopf den Gesprächsinhalt wieder. Derzeit werde vom Landkreis untersucht, woran das liegt. Sei die Ursache gefunden, würden Maßnahmen folgen.

Kollektives Unverständnis der Ausschussmitglieder. Von unakzeptablem Zustand und Blamage für die Stadt, die der Kreis zu verantworten habe, war die Rede. Umso mehr als sie erfuhren, wie die Stadt mit den Duschen in ihren Sporthallen umgeht. Hier sei garantiert, dass jede Warmwasserheizung bis 70 Grad erreichen kann. Damit sei auch gewährleistet, dass die Duschen regelmäßig thermisch desinfiziert werden. In der Regel erfolge das einmal wöchentlich nachts. Dazu kommt einmal im Jahr eine gründliche Wartung und Reinigung der Duschen bis hin zur Demontage der Dusch- köpfe. Unverständlich ist dem Schul- und Sportausschuss der Hansestadt auch, warum es so lange dauert, diese Panne zu beheben. Im Oktober hatte Dorit Krüger vom kreislichen Bauordnungsamt im Schulausschuss des Kreistages gesagt, dass eine Gefährdungsanalyse erarbeitet werde. Das wiederholte Landrat Carsten Wulfänger (CDU) während der Kreistagssitzung am 6. November und kündigte an, während der nächsten Kreistagssitzung zu den Ergebnissen etwas sagen zu können. Laut Sitzungskalender wäre das am 18. Dezember. Ausschussmitglied Herbert Wollmann (SPD) am Dienstagabend dazu: "So eine Gefährdungsanalyse kann doch nicht ewig dauern. Ich stelle mir vor, ich hätte ein Hotel und die Duschen funktionieren nicht. Ich wäre nach einer Woche Pleite."

Was bleibe, so Torsten Mehlkopf, sei das Drängen der Stadt auf eine schnelle Lösung. Die erhofft sich auch Andreas Lepel. Er ist Vorsitzender des TTC Lok Altmark. Mit etwa 90 Mitgliedern ist der TTC einer der größten Tischtennisvereine Sachsen-Anhalts, der die Sporthalle des Winckelmann-Gymnasiums in der Saison dreimal pro Woche fürs Training nutzt.

Von wegen sporadisch

Hinzu kommt der Wettkampfbetrieb für acht Herren- und zwei Jugendmannschaften plus Meisterschaftsrunden, die in der Halle ausgespielt werden. Mit dieser Aufzählung reagierte der TTC-Vorsitzende auf Äußerungen der Kreisverwaltung, der TTC nutze die Duschen nur hin und wieder sporadisch. Das Gegenteil sei der Fall, bis hin zu Turnieren, bei denen Sportler aus acht Bundesländern an den Start gehen. Den Gästen dann sagen zu müssen, sie könnten hier nicht duschen, sei äußerst peinlich für den Verein, für die Hansestadt und für den Landkreis.

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