Groß Schwarzlosen l Es war auch ein bisschen Rückkehr zu den Wurzeln, als die Vorsitzende des ausrichtenden Rasegeflügelvereins Groß Schwarzlosen, Hannelore Freitag, zur Eröffnung an die erste Kreisverbandsschau erinnerte. Auch die fand 1995 in Groß Schwarzlosen statt. Damals habe es aber noch 902 ausgestellte Tiere gegeben.

Vereine im Kreis von 19 auf 14 gesunken

Diesmal waren es 544 Tiere, die in der Lüderitzer Mehrzweckhalle gezeigt wurden. Ein Problem, das Vereinen in allen Bereichen zu schaffen macht, spiegelte sich in diesen Zahlen wider. Von Landflucht und demografischem Wandel sprach in dem Zusammenhang auch Edith Braun als stellvertretende Ortsbürgermeisterin von Lüderitz in ihrem Grußwort.

Kreisverbandsvorsitzender Kurt Stenzel verwies darauf, dass durch fehlende Mitgliederzahlen die Anzahl der Rassegeflügelzuchtvereine im Landkreis Stendal von 19 auf 14 gesunken sei. Vielerorts gingen die Zuchtfreunde, so wie auch die letzten Mitglieder des Tangerhütter Vereines, der sich im Vorjahr aufgelöst hatte, in benachbarte Vereine über - in dem Fall nach Groß Schwarzlosen.

Und das, aber auch das Zusammenarbeiten von "Haar und Feder", wie Stenzel schon seit vielen Jahren predigt, sei die Zukunft der Kleintierzucht. Er meint damit das gemeinsame Ausstellen von Rassegeflügel- und Rassekaninchenzuchtvereinen aus der Region, wie es mancherorts schon praktiziert wird. Auch in Tangerhütte sei das im kommenden Jahr wieder geplant.

Geplant ist aber auch, die 50. Altmarkschau der Rassegeflügelzüchter nach Lüderitz zu holen, darum will sich der Groß Schwarzlosener Verein im kommenden Jahr bewerben. Hintergrund ist die Tatsache, dass der inzwischen aufgelöste und in Groß Schwarzlosen aufgenommene Tangerhütter Verein damals die allererste Altmarkschau ausgerichtet hatte.

Für die Besucher gab es am Wochenende nicht nur die verschiedenen Rassen von Deutschen Legegänsen über Hühner wie Australorps, Marans, Wyandotten, Zwerg-Rhodeländer, Zwerg-Dresdner oder Zwerg-Italiener zu sehen, auch Formentauben, Tümmlertauben oder Trommlertauben wurden gezeigt. Darüberhinaus war die Eierausstellung mit großen bis kleinen Exemplaren bestückt und lockten ein Käfig mit Rassekaninchen und eine kleine Hühnerfamilie mit Küken zum Schauen.

Die Ortschaft hatte die Ausstellung mit 500 Euro bezuschusst, dafür bedankte sich die Vorsitzende herzlich, aber auch allen ihren Vereinsmitgliedern und Helfern sowie den Preisrichtern sagte sie Dank.

Landrat Carsten Wulfänger nutzte neben der Gelegenheit, seinen persönlichen Landratspokal an den Schausieger Sören Westphal (Deutsche Modeneser Schietti schwarz) zu übergeben, auch die Möglichkeit im Schaukatalog an die lange Tradition der Rassegeflügelzucht zu erinnern.

Karl der Große verbreitete das Huhn

Schon um 800 sei per Erlass Karls des Großen das Huhn bei den Bauern verbreitet worden. Heute zeige das Hobby nicht nur, dass Züchter mit Leidenschaft dabei sind, sondern auch welchen Mehrwert neben der Bewahrung der Rassen es für die Menschen gibt. Denn für viele diene der Umgang mit ihren Tieren auch dem Stressabbau und dem ganz persönlichen Ausgleich zur täglichen Arbeit.

Vorsitzende Hannelore Freitag freute sich, mit fünf beteiligten Jugendlichen aufwarten zu können, und hatte auch alte Schaukataloge aus 21 Jahren Tangerlandschau in Lüderitz dabei. Allein sieben oder acht Mal sei der Groß Schwarzlosener Verein in dieser Zeit Ausrichter der Kreisschau gewesen.

Viele Prämien wurden am Wochenende vergeben, für die Kreismeister gilt noch eine Einspruchsfrist, erst bei der Verbandstagung im kommenden Jahr werden die Titel bestätigt.

   

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