Stendal l Mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember wird es ein zusätzliches IRE-Zugpaar von Berlin über Stendal und Salzwedel nach Hamburg geben. Damit gibt es dann morgens und abends eine Verbindung in beide Richtungen, um den Wegfall des EC Wawel zu kompensieren. Diese für die Bahnreisenden gute Nachricht brachte Alexander Kaczmarek, Bevollmächtigter der Deutschen Bahn für Sachsen-Anhalt, mit zum Bahngipfel, zu dem der Landtagsabgeordnete Hardy Peter Güssau (CDU) gestern Abend eingeladen hatte. "Das ist sogar ein besserer Zug als der EC Wawel, der durch den Grenzverkehr auch oft Verspätung hatte", meinte Kaczmarek. Und was nutze ein Zug, wenn er nicht pünktlich ist.

Fast hätte es einen symbolischen ersten Spatenstich gegeben, doch der wurde wegen des Streiks der GDL abgesagt. Die Bauarbeiten zum zweigleisigen Ausbau der Amerikalinie haben aber begonnen. Der werde auf der Verbindung zwischen Uelzen, Salzwedel und Stendal auch dringend benötigt. Er verstehe, dass der Ausbau und der zusätzliche Verkehr nach dessen Fertigstellung eine Belastung für die Anwohner bedeute. Allerdings würden bis 2020 alle Güterwaggons mit Flüsterbremsen ausgestattet, die auch für ein leiseres Fahrgeräusch sorgten.

Streitthema Ausbau

So ganz wollten sich der Freudenstimmung aber nicht alle Diskussionsteilnehmer hingeben. Stendals Landrat Carsten Wulfänger (CDU) meinte, dass eben nicht alles in Butter sei. Stendal sei zwar gut angebunden, "aber der Landkreis ist größer als Stendal". Es sei wichtig, Verbindungen wie die zwischen Stendal und Tangermünde und auch Haltepunkte im ländlichen Bereich zu erhalten. Mit der Ausdünnung müsse nun Schluss sein.

In die selbe Kerbe schlug Salzwedels Landrat Michael Ziche (CDU). "Die westliche Altmark ist nicht so gut angebunden, wir brauchen vor allem eine vernünftige Taktung nach Stendal", sagte er. Zudem müsse sich der Staat manches für die Versorgung des ländlichen Raumes einfach leisten. "Da kann man nicht einfach feststellen, dass eine Verbindung nur von fünf, sieben oder zehn Menschen genutzt wird und sie einstellen. Diese fünf sind darauf angewiesen", sagte er.

Auch den Ausbau der Amerikalinie kritisierte er scharf. "Der bringt uns wirtschaftlich gar nichts, sondern nur Krach", meinte Ziche. Bürgerinitiativen würden sich Sorgen um die Wohnqualität machen. In Niedersachsen werde besser für den Schallschutz gesorgt. "Ist das denn gerechtfertigt, 25 Jahre nach dem Mauerfall", fragte er.