Seit Anfang Juli fehlte der Hansestadt am Marktplatz die Galionsfigur. Für 50000 Euro ließ die Stadt das Denkmal restaurieren. Nun ist es fast vollständig am alten Platz zurück.

Stendal l Gestern Vormittag um 10.35 Uhr sitzt der Kopf des Stendaler Rolands wieder auf dem Rumpf. Einige Passanten verfolgen am Marktplatz das Schauspiel, es wird fotografiert, im Hintergrund sind Geräusche eines Rüttlers zu hören. An der Marienkirchstraße werden letzte Plastersteine gesetzt. "Nun ist wenigstens einer in Stendal nicht mehr kopflos", kommentiert ein Beobachter die Szenerie.

Auf dem Gerüst hantieren die Magdeburger Steinmetze Rainer Dähre, Matthias Meyne und Julius Bender. In der Werkstatt der Firma Paul Schuster war die Rolandfigur seit Anfang Juli saniert worden. Die Stadt hat sich die Überholung der leicht ramponierten Statue 50000 Euro kosten lassen. Die Tatsache, dass die Marienkirchstraße saniert wurde, nutzte man für eine Generalüberholung.

"Bis auf den Sockel sind alle Teile noch die gleichen", sagte Steinmetzmeister Rainer Dähre. Am Mittwoch hatte sein Team erhebliche Schwierigkeiten, um den rund 3,4 Tonnen schweren Torso des Rolands auf dem Sockel zu montieren. "Der Torso musste mit Hilfe eines Krans exakt gerade ausgerichtet werden", sagte Dähre. Dies sei aufgrund des enormen Gewichts und der ungünstigen Verteilung schwer gewesen und habe rund vier Stunden gedauert. Ungünstig verteilt war das Gewicht, weil der Torso nur einen Arm hatte.

Gegen die Schwierigkeiten vom Mittwoch war das Ausrichten des Kopfes gestern ein Klacks. Gerade einmal fünf Minuten dauerte es, bis der Kopf mittels Kran vom Lastwagen heraufgezogen und auf den Rumpf aufgesetzt wurde. Eine Stunde später folgte in ähnlicher Geschwindigkeit auch der linke Arm sowie der Schild des Rolands. "Nächste Woche bekommt er auch noch sein Schwert zurück", sagte Rainer Dähre. Darüber hinaus müssen einige Fugen noch mit Blei vergossen werden.

Beim Stendaler Roland handelt es sich um eine Kopie des 1525 errichteten Originals. Die Figur war am 13. November 1972 durch einen Sturm zerstört worden. Am 7. Oktober 1974 erhielt die Stadt einen neuen Roland. Dieser war von eben jener Magdeburger Firma angefertigt worden, die sich nun auch um die Restaurierung kümmerte.

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