1911 wurde das Jahn-Denkmal errichtet und ist damit die älteste Sport-Erinnerungsstätte der Stadt. Allerdings ist sie mittlerweile in Vergessenheit geraten. Im kommenden Jahr soll das Denkmal restauriert und wiedereingeweiht werden.

Stendal l Mehr oder weniger zufällig stieß Jörg Hosang vor drei Jahren auf das Jahn-Denkmal. Im Rahmen seiner Forschungen zur Stendaler Sportgeschichte im Amt für Jugend, Sport und Soziales las er in alten Akten, dass im Jahr 1938 der Magistrat den Männer-Turnverein Stendal aufforderte, das Jahn-Denkmal abzubauen. An dieser Stelle sollte ein Waldschwimmbad errichtet werden. "Ich nahm an, dass das Denkmal nicht mehr existierte", sagte er im Gespräch mit der Volksstimme. Niemand, den er fragte, hatte etwas von dem Denkmal gehört.

Bronzerelief für die Rüstung eingeschmolzen

So suchte er bei seiner ersten Begehung eigentlich nur nach Fundamentresten, stieß dann aber auf das noch existierende Denkmal. "Es bietet ein trauriges Bild, dabei ist es genauso erhaltenswert wie die anderen Denkmäler der Stadt", meint Hosang. Der Jahn-Gedenkstein am Platz 2 im Hölzchen ist das älteste Sportdenkmal in Stendal. Es steht am ersten und damit ältesten Sportplatz, neben dem Stadion. 1911 wurde das Denkmal anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Männer-Turnvereins aufgestellt.

Hosang kam mit Menschen ins Gespräch, die von der Steinskulptur wussten, allerdings nicht, was für ein Denkmal das ist. Das Bronzerelief vom Jahn-Denkmal wurde zusammen mit der Büste vom Schiller-Denkmal, dem Bronzerelief und zwei Bronzeplatten am Husaren-Denkmal sowie zwei Bronzeplatten des Nachtigal-Denkmals am 8. September 1943 zur Verstärkung der Metallreserve für die Rüstungsproduktion abgeholt und eingeschmolzen.

Zur ersten Sportausstellung 2012 in der Wandelhalle des Stadthauses machte Hosang das Jahn-Denkmal zum ersten Mal zum Thema, um es aus der Vergessenheit der Stendaler Stadtgeschichte zu holen. "Leider verlief das Ganze im Sand."

Jetzt wollen er und sein Kollege Horst Paulus die Restaurierung des Jahn-Denkmals vorantreiben. Bei der Sportausstellung in der Volksbank stellten sie das Projekt vor (Volksstimme berichtete). Sie haben ein Sponsoring zur Restaurierung des Denkmals ins Leben gerufen. "Erste Firmen und Vereine haben sich bereiterklärt, unsere Sache zu unterstützen", freut sich Hosang.

Und diese Sache ist in der Tat in Bewegung gekommen. Gespräche und eine Begehung mit der Denkmalschutzbehörde haben schon stattgefunden, ein neuer Standort am Birkenweg ist gefunden. Erste Arbeiten wurden ebenfalls besprochen, Gespräche über die Herstellung des ursprünglichen Bronzereliefs mit dem Jahn-Bild und der Widmungstafel geführt.

Derzeit wird ein Kostenvoranschlag erstellt, um die Gesamtsumme zur Restaurierung und Umsetzung des Jahn-Denkmals zu ermitteln. "Da kann man noch nichts zur Höhe sagen, das wäre unseriös", sagte Hosang. Ziel ist es, im Herbst kommenden Jahres zu den 850-Jahr-Feierlichkeiten der Stadt das Jahn-Denkmal im neuen Glanz erstrahlen zu lassen.