Der Winter rückt näher. Und bevor die ersten Straßen der Innenstadt aufgrund von Glätte und Schnee nicht mehr von Müllfahrzeugen passierbar sind, möchten Stadträte eine generelle Lösung für die Anwohner.

Tangermünde l "Gibt es Absprachen zwischen der Abfallentsorgung (ALS) und der Stadt über generelle Müllsammelpunkte für die Bewohner kleiner Straßen?", wollte Stadträtin Regine Schönberg (SPD) während der jüngsten Stadtratssitzung von der Verwaltung wissen. Und Stadtrat Jörg Jensen fügte hinzu: "Wir möchten Sammelpunkte nicht erst dann genannt bekommen, wenn der Schnee gefallen und die Straßen nicht mehr passierbar sind. Wir möchten diese Punkte für einen gewissen Zeitraum, meinetwegen vom 15. Dezember bis Ende des Winters."

Doch dieser Wunsch, den die Stadträte bereits nach dem letzten schneereichen Winter geäußert hatten, war weder bei Tangermündes Stadtverwaltung noch bei der Abfall- entsorgung so angekommen. "Dazu sind mit uns keine Gespräche geführt worden", sagte ALS-Geschäftsführerin Madlen Gose auf Nachfrage. Für die Entsorgungsgesellschaft sei das Kriterium zur Einrichtung von Müllsammelpunkten "die Nichtbefahrbarkeit der Straße", betonte Madlen Gose.

"Müssen am Informa- tionsfluss arbeiten."

ALS-Geschäftsführerin Madlen Gose

Würden den gesamten Winter über solche Punkte eingerichtet werden, "würde das nicht günstig sein für die Bewohner", vermutete die ALS-Chefin. Sie halte es nach wie vor für effektiver und auch freundlicher für die Bürger, wenn diese über die Medien darüber informiert werden würden, wenn bei der nächsten Entsorgung nur noch die Sammelpunkte angefahren würden. Habe das in der Vergangenheit nicht immer funktioniert, "müssen wir am Informationsfluss arbeiten", erklärte Madlen Gose.

Während schneereicher Winter ist es den großen Entsorgungsfahrzeugen oft nicht möglich, die kleinen Straßen und Gassen der Innenstadt zu passieren. Wenn sich der zusammengeschobene Schnee zwischen Fußweg und Fahrbahn sammelt, die Autos nicht mehr dicht am Bord parken können, ist die Durchfahrtsbreite zu gering.

In diesem Zusammenhang machte Stadtrat Gerhard Eisenhut (Die Linke) seinem Unmut Luft. "Es ist eine Unart geworden, die Lindenstraße zwischen 7 und 7.30 Uhr zu entsorgen", sagte er, da er es in jüngster Vergangenheit mehrfach beoachtet hatte. Da zu dieser Zeit die Schulbusse die Lindenstraße passieren, habe das zu "massiven Staus in der Lindenstraße und auch August-Bebel-Straße geführt".

Wenn es zu Problemen führe, müsse eine Lösung gefunden werden, sagte Gose dazu. Ihr Vorschlag: Mitarbeiter des Ordnungsamtes sollten sich mit der ALS in Verbindung setzen.