Die SPD in Stendal
Nach dem Partei-Verbot im Nationalsozialismus und nach der Zwangsvereinigung mit der KPD in der DDR nutzten die Gründungsmitglieder die neuen Spielräume des Herbstes 1989, um mit der Neugründung der Sozialdemokratischen Partei in der DDR (SDP) einen Grundstein zum Aufbau demokratischer Verhältnisse zu legen.

Reiner Instenberg ist seit 1990 Fraktionsvorsitzender.

Volker Stephanwar Oberbürgermeister der Stadt Stendal, der nachhaltige Stadtplanung als Maßstab für seine Arbeit vertrat.

Der ehemalige SPD- Landrat Gerhardt Miesterfeldt wurde Regierungspräsident.

Tilman Tögel ist von Anfang an Mitglied des Landtages.

Reinhard Weis, Marko Mühlstein und Marina Kermer vertreten beziehnungsweise vertraten die Interessen der Altmark im Deutschen Bundestag.

Stendal l Es war ein historischer Moment, als am 4. Dezember 1989 die Gründungsurkunde des SPD-Ortsverbandes Stendal unterschrieben wurde. Wobei, so ganz richtig ist das nicht, denn gegründet wurde nicht die SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschland), sondern die SDP, die Sozialdemokratische Partei, damals noch in der DDR. "An ein einheitliches Deutschland hat zu diesem Zeitpunkt noch keiner zu denken gewagt", resümierte Reinhard Weis, Vorsitzender des Ortsvereins und Gründungsmitglied. "Wir waren ja noch mitten im Umbruch. Wir wussten nur: Wir können jetzt nicht aufhören, wir müssen weitermachen. Wir müssen für die Demokratie eintreten."

SPD will 2015 für Machtwechsel sorgen

So wie Weis dachten 1989 auch viele andere in Stendal. 112 Anhänger haben mit ihrer Unterschrift ihre Mitgliedschaft besiegelt und damit den demokratischen Weg für die Arbeit der SPD in Stendal bereitet.

Mittlerweile arbietet der Verein seit 25 Jahren vor Ort. Natürlich ist das ein Moment den man feiern kann und auch will, "allerdings", so Weis, "müssen wir auch sehen, dass wir noch viel mehr hätten erreichen können, wenn wir mehr Mitglieder wären. Trotzdem haben wir gute Möglichkeiten geschaffen, das politische Geschehen in den vergangenen 25 Jahren mitzubestimmen. Und darauf können wir stolz sein."

Immerhin, so Weis, bestimme die SPD in den letzten Jahren schon ganz gut mit, und zwar nicht nur auf der lokalen Ebene. Mit Gerhard Miesterfeld konnte die Partei schon einen Landrat vorweisen. Doch auch auf höherer Ebene habe sich die Partei einen Namen, etwa im Landtag mit dem Mitglied Tilman Tögel und sogar auf Bundesebene mit Bundestagsmitglied Marina Kermer.

Doch es soll noch besser kommen für die SPD in Stendal, und zwar 2015. Zur Neuwahl wollen sie alles geben, für mehr Aufklärung und bürgernahe Politik nach der Wahlpanne und dem Sparkassenskandal sorgen. "Es wird Zeit, dass sich das ändert und wieder ordentliche Politik in Stendal gemacht wird", proklamiert Weis. "Es hat schon zu lange keine Machtwechsel mehr stattgefunden. Wir werden jetzt dafür sorgen und den Politfilz der jetzigen Machthaber entzerren."

Der Applaus ist Reinhard Weis sicher. Die Sektgläser klirren. Es wird angestoßen, nicht nur auf die 25 Jahre, die die Genossen miteinander gearbeitet haben, sondern auch auf das, was 2015 kommen mag, "womöglich sogar ein neuer Bürgermeister aus den Reihen der SPD", sinniert Weis laut.

Darauf hebt auch Wilhelm Polte, Altoberbürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Magdeburg und ebenfalls Gründungsmitglied der SPD-Ortsgruppe, sein Glas. "Demokratie", so sagt er, "ist ein wichtiges Gut. Dafür lohnt es sich zu kämpfen. Vor 25 Jahren sind wir dafür auf die Straße gegangen. Und es hat sich gelohnt. In Deutschland gab es noch nie so viel Demokratie wie heute. Die Frage ist nur, ob wir das alles richtig nutzen."