Mit allerlei Bastelutensilien bewaffnet, machten sich am Freitag um die 20 Stendaler ran, dem tristen Leerstand innerstädtischer Geschäftsräume eine bunte Note aufzusetzen.

Stendal l "Wir wollen hier wieder etwas Leben rein bringen", sagte Maria Wendt vom Stendaler Amt für Wirtschaftsförderung am gestrigen Freitag im ehemaligen Uppstallkaufhaus. Damit das zumindest von außen so wirkt, hatte sie zusammen mit David Lenard vom Theater der Altmark zahlreiche Freiwillige dazu aufgerufen, die Fensterscheiben der seit drei Jahren leerstehenden Geschäftsräume zu dekorieren. Und nicht nur die, unter dem Motto "Stendal schmückt sich" standen noch fünf andere ehemalige Läden auf dem Aktionsplan.

Über so einen exklusiven Ausstellungsplatz im Uppstall für ihre Bilder freute sich Hobbymalerin Ursula Potratz. "Ich gehe immer an den leeren Schaufenstern vorbei und denke mir jedes Mal, dass da wieder was Buntes reingehört", sagte die Renterin. Neben ihren Bildern sollen noch Fotos anderer Stendaler durch die Schaufensterscheiben zu sehen sein.

"Fürs Schmücken fällt jetzt Mathe und Physik aus", freute sich Ahmad Kaawar. Er und vier weitere Neuntklässler der Komarow-Schule schmückten im ehemaligen Sport-Eck gegenüber vom Uppstallkaufhaus ein Schaufenster mit winterlichen Motiven. Dabei herrschte vor der Fensterwand ein ziemliches Gewusel, denn auch die Freiwilligenagentur sowie die Bürgerinitiative Stendal waren im Sport-Eck mit von der Partie. "Wir zeigen Gebasteltes von Demenzpatienten aus unserer Tagesstätte", sagte Vereinsvorsitzende Marion Kristin Zosel-Mohr.

Während im Sport-Eck weiter geschmückt und dekoriert wurde, machten sich drei Kinder und zwei Betreuerinnen vom Hort der Grundschule Nord in der leeren Filiale der Bäckerei Wetzel in der Karlstraße frisch ans Werk. Viele Hortkinder hatten zuvor winterlich verzierte Häuser sowie Weihnachtssterne aus Pappe gebastelt. "Auf den Fenstern ist jetzt eine richtige kleine Stadt zu sehen", freute sich die kleine Lara Schmidt. David Lenard prüfte unterdessen, wie sich das Bastelwerk von draußen so anschaut. Ein Lächeln des TdA-Spielleiters signalisierte den Kindern und ihren Betreuerinnen, dass alles am richtigen Fleck platziert wurde.

Hausverwalterin Katja Müller freute sich, dass die Kinder Spaß hatten. "Als Frau Wendt mir sagte, dass hier Kinder basteln wollen, habe ich gleich zugesagt", so die Hausverwalterin. Zudem stünden die Räumlichkeiten ohnehin leer. Da könne etwas Leben nicht schaden.

Schmücken ist Vorstufe für ein größeres Projekt

David Lenard freute sich, dass alle so fleißig mithalfen. Die Idee dazu war ihm im September gekommen. Ähnliche Initiativen, leerstehende Geschäftsräume, zumindest zeitweise, mit Leben zu füllen, hatten Lenard, das TdA und weitere Organisatoren schon im Sommer und eine Ausstellung sowie ein buntes Programm im Uppstallkaufhaus auf die Beine gestellt.

"Damit rufen wir die Gemeinschaft auf, etwas für die Gemeinschaft zu tun", erklärte Lenard. Die Aktion am Freitag soll nur die Vorstufe des größer geplanten Projekts "Hier entsteht, was Du willst" sein. Ziel ist es, die Stendaler zu animieren, etwas in ihrer Stadt zu bewegen. "Vielleicht restaurieren wir sogar ein ganzes Haus", nannte David Lenard einige Pläne für das Projekt.