Komplett fertiggestellt ist das Brauhaus der Familie von Bismarck in Briest noch nicht. Trotzdem wurde darin bereits der dritte Advent gefeiert.

Briest l Der Weihnachtsschmuck am und im Gebäude erinnerte an den Anlass und auch das Repertoire des Cobbeler Posaunenchores ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass der dritte Advent gefeiert werden sollte. Ansonsten hätte sich die Gesellschaft im Briester Brauhaus auch zum Richtfest treffen können. Es ist noch viel Arbeit zu bewältigen, ehe das Objekt endgültig seiner Bestimmung übergeben werden kann.

"Das Dach des Hauses ist gedeckt, die Fenster und Türen sind drin", macht Maren von Bismarck klar, das dieser geplanten Veranstaltung trotzdem nichts im Wege stand. Schließlich konnte geheizt werden.

Die Gäste machten es sich vor den noch unverputzten Wänden bequem und genossen Kuchen, Gebäck, Glühwein, Erbsensuppe und Wildgulasch, dessen Ursprung im umliegenden Briester Forst liegt. Der Förderverein Briest-Tangerhütte sorgte für diese Versorgung, und die Einnahmen sollen einem gemeinnützigen Zweck zugute kommen. Auch die Lebenshilfe war vertreten. Adventliches aus Ton und Holz und selbstverständlich Kerzen wurden verkauft.

Das Schloss bekommt seinen Graben wieder

Einst jahrzehntelang dem Verfall preisgegeben, wurde nun das Brauhaus erstmals wieder genutzt. Gefördert über das europäische Leader-Programm, entsteht in dem kleinen Tangerhütter Ortsteil derzeit ein Ort der Begegnung. Im Frühjahr, so hofft Maren von Bismarck, sollen die Arbeiten beendet sein. Im neuen Brauhaus können dann die Gäste des Schlosses, ob Gesellschaften, die per Bus anreisen, oder Radtouristen, empfangen werden. Bis dahin gilt es neben der Küche, die einer beschränkten gastronomischen Versorgung dienen wird, auch noch die Sanitäranlagen fertig zu stellen.

Außerdem planen die Bismarcks, das neue Brauhaus auch für Kulturveranstaltungen und Präsentationen zu nutzen. Beispielsweise soll eine Naturausstellung pädagogischen Zwecken dienen. "Der Briester Wald bietet sich förmlich als Lehrforst an", so Maren von Bismarck. Schließlich gebe es in der Umgebung seit dem 16. Jahrhundert umfangreiche Eichenbestände, die nun leider durch den gesunkenen Grundwasserstand gefährdet seien.

Der Förderverein steht bereits mit einer weiteren Initiative in den Startlöchern. Der Briester Park, Bestandteil des Gartenträume-Projektes, soll nach historischem Vorbild wieder hergestellt werden. Geplant ist die Gestaltung des Areals zwischen Haupthaus, Brauhaus und Teich. In diesem Zusammenhang wird auch der Graben um das Schloss neu entstehen. Lotto-Toto stellt dafür 60 000 Euro zur Verfügung, und die Deutsche Gesellschaft beteiligt sich mit 50 000 Euro.

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