Tangermünde l Mehr als drei Millionen Euro werden es am Ende sein, die aus der ehemaligen Plattenbauschule inklusive Turnhalle in den vergangenen zwei Jahren einen modernen Schulstandort machten. Mit Hilfe des Förderprogramms Stark III war es möglich geworden, das Reich der etwa 300 Mädchen und Jungen, die hier von Klasse 5 bis 10 lernen, komplett auf den Kopf zu stellen, den heutigen Standards anzupassen. Die Arbeiten sind fast abgeschlossen. Auch die Sporthalle auf dem Areal der Schule an der Augustastraße darf bereits wieder genutzt werden.

Doch alles Gute und Neue ist bereits jetzt schon mit einem Makel behaftet. Darauf machte eine Mutter jetzt aufmerksam. Deren Sohn, Mitglied bei FSV Saxonia, spielt Fußball. Trainiert wird im Winter in der Sporthalle. "Aber hier dürfen sie jetzt keinen Fußball mehr spielen", erzählte die Mutter entrüstet. Nicht einmal mit einem Softball wäre es erlaubt, das Training zu absolvieren.

Auch Tangermündes Amtsleiterin Birgit Herzberg weiß um diese Bestimmung. Für sie heißt es deshalb in diesen Tagen, mit allen Sportvereinen der Stadt Regelungen zu finden, welcher Verein wann welche Hallenzeit bekommt, um nach seinen Ansprüchen trainieren zu können. Kompromisse müssen also schon jetzt gefunden werden, wo das neue Sportdomizil doch gerade einmal seinen Trainingsbetrieb aufgenommen hat.

"Wozu wird eine Sporthalle gebaut, wenn man darin nicht einmal Ball spielen kann?", fragte die verärgerte Mutter am Telefon. Sie habe als Erklärung genannt bekommen, dass sowohl die Hallenbeleuchtung als auch die Wandverkleidung beim Fußball beschädigt werden könnten, die Schusskraft der Spieler zu groß sei.

Der Landkreis Stendal als Eigentümer dieser Schule ist zuständig für die Nutzung und den Betrieb von Schule und auch Sporthalle sowie den jetzt erfolgten Umbau. Auf Anfrage teilte Angela Vogel, Sprecherin des Landrates, mit: "In allen neu sanierten Ein-Feld-Sporthallen, die durch den Landkreis unterhalten werden, wird grundsätzlich darauf hingewiesen, dass Kinder über zwölf Jahre sowie Jugendliche und Männer keinen Fußball in diesen Hallen spielen sollen." Als Grund nennt sie, "dass die Beleuchtung sowie die Belüftungsanlagen für harte Aufpralle, wie sie beim Fußball nicht ausbleiben, nicht standhalten würden". Der Landrat würde die Ämter allerdings noch einmal befragen, weshalb diese Regelungen getroffen wurden.