Seit einem Jahr gibt es die Integrierte Leitstelle Altmark für den Brand- und Katastrophenschutz und den Rettungsdienst. Die Probleme, die im Mai öffentlich geworden waren, sind nach Aussagen von Landrat Carsten Wulfänger (CDU) behoben.

Stendal l Für den Stendaler Landrat stand der Besuch der Leitstelle in den vergangenen Jahren für den ersten Feiertag im Terminkalender, sein westaltmärkischer Amtsbruder Michael Ziche (CDU) schaute Heiligabend in der Leitstelle in Klötze vorbei. Weil es seit Ende 2013 nur noch eine Leitstelle für beide Landkreise gibt, verabredeten sie sich zu einem gemeinsamen Besuch im Hufelandhaus an der Wendstraße - vorzeitiger als sonst für den gestrigen Montag. Als Geschenke hatten sie Kaffee und für jeden Mitarbeiter einen Baumkuchen dabei. Der jährliche Weihnachtsbesuch erwachse aus "der fürsorglichen Verantwortung für die Mitarbeiter", sagte Michael Ziche.

Ein gutes Stichwort für die Nachfrage, wie es denn jetzt läuft. Im Mai dieses Jahres hatte die Volksstimme berichtet, dass es in der Leitstelle kriselt. Betroffene hatten über zahlreiche Krankheitsfälle, Überstunden und Unterbesetzung in einigen Schichten berichtet. "Die Probleme sind abgearbeitet", sagte Carsten Wulfänger, der die Ursache für die Anfangsschwierigkeiten im Zusammenführen verschiedener Systeme und in der Einführung neuer Technik sieht. Denn die Mitarbeiter mussten an sehr zeitintensiven Schulungen teilnehmen und fehlten für den Dienst. In der Zeit des hohen Krankenstandes sei "personell aufgerüstet" worden.

Darum stehen der Leitstelle derzeit 16 Mitarbeiter für den Rund-um-die-Uhr-Betrieb zur Verfügung, zehn aus dem Landkreis Stendal und sechs aus dem Altmarkkreis Salzwedel. Eine weitere Mitarbeiterin ist in der Babypause. Hinzu kommt Sachgebietsleiter Jörg Wüst als Leiter der Rettungsleitstelle. Vor der Fusion hatte jede Leitstelle elf Mitarbeiter.

Gearbeitet wird nach wie vor im Zwei-Schicht-System: Tag- und Nachtschicht mit je zwölf Stunden. Laut Dienstplan sind vier Tage Arbeit und danach drei Tage frei der gewünschte Rhythmus für einen Mitarbeiter. Der lasse sich wegen Urlaub oder Krankheit nicht immer umsetzen, erklärte Sebastian Stoll (CDU), 2.Beigeordneter des Landkreises Stendal. Aber auch ein Engpass bei der "Stammbesatzung" sei kein Problem, sagte Stoll, denn in beiden Landkreisen gebe es weitere Mitarbeiter, zum Beispiel im Ordnungsamt, die für einen Einsatz in der Leitstelle ausgebildet sind und einspringen können. Die würden dann aber nicht im Dienstplan stehen, so dass schnell der Eindruck einer Unterbesetzung entstehen kann, erklärte der Beigeordnete.

Pro Schicht sind drei Mitarbeiter im Dienst, also sechs für den kompletten Tag. Das werde auch im kommenden Jahr so bleiben, kündigte Carsten Wulfänger an. Für die Zeit danach werde überlegt, ob zwei Mitarbeiter in der Nachtschicht ausreichen. Pro Jahr gehen in der Leitstelle rund 34000 Rettungsdienst-Anrufe ein und knapp 2000 für Feuerwehreinsätze.