Ohne Sponsoren gäbe es keine Sportvereine. Trikots, Trainingsanzüge, Tischtennisplatten, Rasenmäher, Pokale und vieles mehr wären ohne finanzkräftige Unterstützung von außen undenkbar. Im Gegenzug werben die Vereine auf ihrer Ausrüstung für die Firmen. Die KSG Berkau ist jetzt noch einen Schritt weiter gegangen.

Berkau/Bismark l "Welche Bedingungen sollte ein Jugendlicher erfüllen, wenn er bei Ihnen eine Ausbildung machen möchte?", fragte Konrad Weber beim Besuch der A-Junioren-Fußballer der KSG Berkau in der Altmark-Käserei Uelzena in Bismark nach. "Zum Beispiel so redegewandt sein wie Sie", entgegnete Geschäftsführer Heino Albrecht.

Tatsächlich ist die Redegewandtheit oder auch Schlagfertigkeit keine Kategorie für die Ausbildung in der Milchwirtschaft. In der Bismarker Käserei werden Milchtechnologen, Mechatroniker und Laboranten ausgebildet. Die mindestens drei Jahre andauernde Lehre findet im praktischen Teil in Bismark statt. Die Theorie wird in Oranienburg erlangt.

"Landwirtschaftliche Jobs sind nachhaltig und Milchtechnologen werden in ganz Deutschland gesucht"

Heino Albrecht, Geschäftsführer

Die Altmark-Käserei hat jährlich zehn Auszubildende. "Davon werden wir nach aktuellem Stand sieben oder acht übernehmen", zeigte Heino Albrecht den Berkauer Nachwuchskickern eine mögliche Perspektive auf. Wer in der Region bleiben möchte und eine Arbeit in der Landwirtschaft ins Auge fasst, sollte sich in der Bismarker Käserei bewerben. "Landwirtschaftliche Jobs sind nachhaltig", stellte Geschäftsführer Albrecht fest. "Und Milchtechnologen werden in ganz Deutschland gesucht."

"Wir sind natürlich bestrebt, dass unsere jungen Fußballer in der Region bleiben", erklärte Roland Püschner vom Vorstand der Kulturellen Sport Gemeinschaft (KSG) Berkau. "Dafür wären natürlich eine Lehre vor Ort und die Option auf eine sich anschließende Anstellung optimal." Der Sportverein möchte seinen Mitgliedern eine Perspektive aufzeigen, die Bismarker Käserei ist auf der Suche nach geeigneten Auszubildenden - auf dieser Grundlage vereinbarten beide Seiten in der Vorweihnachtszeit eine Kooperation.

Natürlich ging es in der Gesprächsrunde zwischen den 13 A-Junioren der KSG Berkau und der Geschäftsführung des Bismarker Unternehmens nicht nur um die Vorteile landwirtschaftlicher Jobs und um attraktiv ausgemalte Berufsbilder. Diskutiert wurden auch Bezahlung und Arbeitszeiten. "Eines muss natürlich klar sein", gab Heino Albrecht zu bedenken. "Nach der Ausbildung wird bei uns in Schichten gearbeitet." Wenn man sich für so einen Beruf entscheidet, müsse die innere Bereitschaft da sein, auch in der Nacht und an Feiertagen zu arbeiten. Derzeit sichern am Bismarker Standort insgesamt 90 Mitarbeiter im Drei-Schicht-System an 365 Tagen im Jahr die Produktion ab.

Der technische Fortschritt hat auch um die Käserei keinen Bogen gemacht. Wo vor zwei, drei Jahren die 90 Tonnen Käse am Tag noch per Hand verpackt wurden, haben das nun Roboter übernommen. Um den Jugendlichen den Beruf in einer Käserei noch schmackhafter zu machen, standen im Rahmen der Gesprächsrunde mehrere Teller mit Käse-Proben zum Verkosten bereit. Die waren vor einem Rundgang durch das Unternehmen komplett abgeräumt. Ob der Informationsaustausch zu einer möglichen Ausbildung oder der Käsegeschmack nachhaltige Wirkungen hinterlassen werden, wird die Zukunft zeigen.

In der Gegenwart wurden die Berkauer Nachwuchsfußballer jedenfalls in der Vorweihnachtszeit mit neuen Trainingsanzügen ausgestattet. Sozusagen als erster Schritt im Rahmen der vereinbarten Kooperation zwischen dem Sportverein und dem Bismarker Unternehmen.

Weitere Informationen über die KSG Berkau (www.ksg-berkau.de) und die Altmark-Käserei in Bismark (http://de.uelzena.de/altmark-kaeserei.html) sind im Internet auf der entsprechenden Homepage erhältlich.