Stendal l Es ist der 8. Juni 1768, als die Triester Polizei zum Hotel Osteria Grande gerufen wird. In einem der Zimmer liegt ein Toter - ermordet. Als die Ermittler den Pass im Koffer des Toten finden, kennen sie seinen Namen: Johann Joachim Winckelmann. Wer hat ihn ermordet? Warum war Winckelmann in Triest? Was hat er in den Tagen zuvor in der Stadt gemacht? Wer hat was gesehen, wer kann was bezeugen? Viele Fragen für den mit der Aufklärung beauftragten Kriminalrichter Sacchi.

Leser begleitet Ermittler zum Tatort

Autor Joachim Lindner stellt in seinem Buch "Mordfall W." den Leser an die Seite des Ermittlers, lässt ihn zum Zeugen der Aufklärungsarbeit, der Verhöre, Zeugenbefragungen und des Prozesses gegen Francesco Arcangeli werden, der im Juli 1768 in Triest als Winckelmanns Mörder hingerichtet wurde. Eine Neuerscheinung ist der Roman nicht, er wurde schon 1978 im Verlag Neues Leben Berlin veröffentlicht. Jetzt gibt es das Buch aber auch als E-Book.

Damit hat der Verlag Edition digital in Godern bei Schwerin dem Autoren Joachim Lindner zu dessen 90. Geburtstag in diesem Jahr gratuliert. Grundlage für Lindners Roman "Mordfall W." sind die im Jahr 1964 gefundenen Ermittlungsakten zur Ermordung Winckelmanns, die lange als verschollen galten und 1965 als Jahresgabe der Winckelmann-Gesellschaft Stendal im Akademie-Verlag Berlin veröffentlicht wurden. Die Erzählung hält sich weitgehend an das, was die Akte enthält. Eine Nebenfigur hat der Autor für die dramaturgische Handlung hinzugefügt, alle anderen Personen hat es so gegeben.

Ein Buch, das den Leser unterhaltsam mitnimmt

Joachim Lindner wollte den Fall nicht wissenschaftlich einordnen. Er wollte auf Basis historischer Fakten ein spannendes Buch schreiben - das ist gelungen.

Ein Buch, das den Leser unterhaltsam mitnimmt in den Sommer 1768 in Triest. Das macht es noch heute. Darum ist es schön, dass mit dem E-Book die Erzählung "Mordfall W." wieder in Erinnerung gerufen wird.

 

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