Baghira und Mogli heißen die derzeitigen Sorgenkinder der Tangermünder Ortsgruppe des Altmärkischen Tierschutzvereins. Die beiden Katzenbabys gehören zu den 28 Findelkindern, deren sich die acht Mitglieder der Ortsgruppe im vergangenen Jahr annahmen.

Tangermünde l Felix, Susi, Baghira und Mogli sind erst etwa zwölf Wochen alt und mussten in ihrem Leben schon eine ganze Menge durchmachen. Gefunden wurden die Katzenwelpen in der Magdeburger Straße von Tangermünde. "Sie waren sehr krank, hatten Katzenschnupfen und entzündete Augen", erinnert sich Ingeborg Eichler, Vorsitzende der Tangermünder Ortsgruppe des Altmärkischen Tierschutzvereins. Besonders schlecht stand es um den kleinen Mogli. "Eine Zeit lang hätten wir nicht gedacht, dass er es schafft."

Petra Weigert fordert Kastrationspflicht

Die Tangermünder Tierschützer nahmen sich der kleinen Geschöpfe an. Petra Weigert fuhr und fährt regelmäßig mit ihnen zum Tierarzt nach Stendal. Mittlerweile sind die vier Kätzchen mobil und haben auch schon kräftig zugenommen. Für Felix und Susi konnte bereits ein neues Zuhause gefunden werden. Nur für die schwarze Baghira mit kleinem weißen Latz und den rot-weißen Mogli suchen sie noch nach Paten. Nach der Impfung in wenigen Tagen könnten auch sie ihr neues Heim beziehen.

Ingeborg Eichler hofft, auch diese beiden Kätzchen vermitteln zu können, so bleibe ihnen die Unterbringung im Tierheim erspart. Diese Einrichtung sei nämlich regelmäßig überfüllt. Allein aus Tangermünde mussten im vergangenen Jahr 24 Katzen ins Tierheim gebracht werden. Einigen weiteren Miezen war das Schicksal holder. Entweder konnten für die Ausreißer die Besitzer ermittelt werden oder sie blieben bei ihren Findern. "Das passiert öfter", freut sich die Tierschützerin. Die Finder würden sich an die Tiere gewöhnen, sie liebgewinnen und wollen dann nicht mehr auf ihre Gesellschaft verzichten.

Viel zu tun hätten die Tierschützer in der Magdeburger Straße. Knapp zehn wildlebende Katzen werden mittlerweile dort gefüttert. Ein weiteres beliebtes Areal von wildlebenden Katzen seien die Gartenanlagen der Kaiserstadt. Teilweise sei es sogar gelungen einige der Streuner einzufangen und kastrieren zu lassen. Nach der Operation werden die Katzen an Ort und Stelle wieder ausgesetzt. Eine Unterbringung im Tierheim würden sie nicht überleben, ist sich Ingeborg Eichler sicher. Schließlich seien diese Tiere an das wilde Leben und nicht an vier Wände gewöhnt.

Die Kastration der wildlebenden Katzen sei allerdings ein Tropfen auf den heißen Stein, meint Petra Weigert. Immer wieder kommen neue hinzu. Verantwortlich seien Katzenhalter, die ihre Tiere unkastriert frei laufen lassen würden. Diese vermehren sich dann und letzten Endes landet der Nachwuchs in einem Pappkarton im Wald oder besserenfalls vor den Toren des Tierheimes. Es sei eine Schleife ohne Ende, bedauert Weigert, die eine Kastrationspflicht für Katzen fordert, ähnlich wie es eine Chip-Pflicht für Hunde gibt.

Ausgesetzt werden allerdings auch Meerschweinchen, Kaninchen und selbst Hamster. Bekommen es die Tangermünder Tierschützer dagegen mit herrenlosen Hunden zu tun, informieren sie das Ordnungsamt. Sieben Hunde hatten dessen Mitarbeiter im vergangenen Jahr ins Stendaler Tierheim bringen müssen. In einigen Fällen fanden Hund und Herrchen beziehungsweise Frauchen allerdings wieder zusammen.

Was den acht Mitgliedern der Tangermünder Ortsgruppe fehlt, ist eine eigene Auffangstation. Diese aufzubauen und zu unterhalten ist allerdings finanziell nicht machbar. Was weithin fehlt, ist personeller Nachwuchs. "Wir brauchen vor allen Dingen mehr jüngere Mitglieder", so Eichler. Denn die meisten aus ihren Reihen seien bereits 60 Jahre und drüber.

Auch Futterspenden können helfen

Helfen könnten Tierliebhaber aber auch schon mit einer Futterspende, macht die Ortsvereinsvorsitzende auf die Futterbox des Tierschutzvereins im Edeka-Markt aufmerksam. Die sei im vergangenen Jahr oft gut gefüllt gewesen, freut sie sich und bedankt sich bei den Spendern. Was die Tangermünder für ihre Schützlinge vor Ort nicht benötigen, wird an das Tierheim Stendal übergeben.

Auch diejenigen, die vorübergehend ein Tier bei sich aufnehmen oder es anschließend sogar behalten, sind eine große Hilfe. "Das haben wir im vergangenen Jahr zum Glück oft erlebt", so Eichler, die nun noch hofft, "Katzeneltern" für Baghira und Mogli zu finden.

Wer die Reihen der Tangermünder Tierschützer verstärken oder einem Findelkind ein neues Zuhause geben möchte, ist gern gesehen. Ingeborg Eichler ist telefonisch unter der Rufnummer 039322/28 28 zu erreichen.