Mit dem 1. Januar begann nicht nur ein neues Jahr, sondern auch ein neues Kapitel in der Geschichte der Abfallentsorgung im Landkreis Stendal. Das Stichwort lautet gelbe Tonne. Für manchen Ostaltmärker ist es auch zum Reizwort geworden.

Von Egmar Gebert

Stendal l Inzwischen ist die gelbe Tonne auch in Orten, deren Straßenränder im Vorjahr noch die gelben Säcke zierten, erstmals zum Einsatz gekommen. Ob Altenzaun oder Bertkow, Eichstedt oder Hindenburg, Klein Schwechten oder Möringen, Uchtspringe oder Wanzer - sie alle gehören zu den rund 80 Dörfern im Landkreis, in denen die Cont-Trans GmbH die Tonnen bereits in den ersten Januartagen geleert hat. Ohne größere Probleme, wie die Volksstimme am Donnerstag von Thomas Winter erfuhr. Er ist bei der Cont-Trans, dem neuen Gelbe-Tonnen-Entsorger, für dieses Thema zuständig. Und er benennt auch "die kleineren Probleme", die es dann doch noch gab und gibt.

Zum einen ist da der geänderte Abfuhrrhythmus, den noch nicht jedermann verinnerlicht hat. Da bekommt Thomas Winter dann auch fragende Anrufe. Bisher hat, sagen wir mal "Herr Meyer" immer freitags seine gelben Säcke rausgelegt, die Tonne muss er nun am Mittwoch rausstellen. Warum? Der bisherige Entsorger startete seine Sammeltouren von zwei Standorten im Landkreis, Cont-Trans nur noch von Tangerhütte aus. Das für den Landkreis flächendeckend zu koordinieren, war ohne teilgeänderte Tourenpläne nicht möglich.

Gelbe Säcke werden in den ersten vier Wochen noch mit entsorgt

Auch ließen einige Haushalte die sogenannten Zwischenentsorgungstermine ungenutzt verstreichen. Sie fanden sonnabends statt, auch heute wieder, und wurden angeboten, weil die letzten Entsorgungstermine des alten Jahres auf einen Feiertag gefallen wären, an dem auch die Cont-Trans-Mitarbeiter frei hatten. Trotzdem wird die Zeit bis zur nächsten Entleerung wird für manchen zu lang, um allen Verpackungsmüll in der einen Tonne unterzubekommen. Was nun? Thomas Winter rät, eventuell noch vorhandene gelbe Säcke zu nutzen. "In den ersten vier Wochen entsorgen wir die noch mit."

Apropos gelber Sack: Den zu füllen und in die gelbe Tonne zu stecken, empfiehlt Winter nicht. Seine Erfahrung. "Es gab Leute, die haben zwei gelbe Säcke in die Tonne gesteckt, und dann hier angerufen, weil die Tonne voll war. Wenn der Inhalt der Säcke in die Tonne geschüttet wurde, war sie plötzlich nur noch halb voll."

Die Leute kommen nicht umhin, diesbezüglich ein wenig umzudenken, also platzsparender zu entsorgen als noch mit dem gelben Sack. Wer das bisher schon tat, Tetrapacks zum Beispiel zusammenfaltete oder Joghurtbecher ineinander steckte, ist bereits bestens präpariert.

Nicht jeder Ein-Personen-Haushalt bekommt eine eigene Tonne

Umdenken ist auch ratsam, wenn zum Beispiel in einem Haus vier Ein-Personen-Haushalte leben. Dort bekam nicht automatisch jeder Haushalt eine gelbe Tonne. Hier müssen sich zwei Mieter schon mal eine Tonne teilen. Und auch das gab es: Personen, die in Haushalten leben, dort aber nicht gemeldet sind. Beispiel: Eine Frau zog zu ihrem Freund, samt ihrer beiden Kinder, ist aber bisher dort nicht gemeldet. So steht bei Cont-Trans noch immer ein Ein-Personen-Haushalt auf der Liste,und der bekam keine eigene gelbe Tonne.

"Aber das sind alles Sachen, die sich klären lassen", ist Thomas Winter zuversichtlich und auch sicher, dass dieses Klären in Ruhe und halbwegs freundlichem Umgang miteinander vonstatten gehen kann.