Als erster Karnevalsverein in der Region haben die Schinner Narren am Sonnabend ihre 44. Session eröffnet. Knapp drei Stunden unterhaltsames Programm wurden zur Premierensitzung dargeboten. Sie stand unter dem Motto "Will Putin auch sein Reich erweitern, in Schinne wird er närrisch scheitern."

Schinne l "Stillgestanden und Aufstehen!" Sergant Brix alias Sascha Wunderlich verschaffte sich gleich zu Beginn der 44. Sitzung mit lautstarker Stimme Gehör, auch wenn die Gäste nur langsam und wiederwillig seiner Aufforderung folgten. "Sauhaufen", schimpfte Moderator Wunderlich. "Die Bundeswehr schwächelt keineswegs, uns fehlen nur ein paar Einsatzgeräte, aber das Stabsmusikchor ist noch einsatzfähig", zog er eine optimistische Bilanz. Gut sei, dass auch "Uvde", wie Ursula von der Leyen in Schinne genannt wird, an vorderster Front ist.

Während es für die Truppe besser aussehen könnte, geht es den Karnevalisten blendend. Dazu gehören auch die Funken, die mit einem neuen Tanz überzeugten und auch die erste Zugabe boten. Nach so viel Neuigkeiten war es Zeit, in Erinnerungen zu schwelgen. Diethard Henning war in die Rolle von Parteisekretär Honecker geschlüpft und klärte das Publikum über die wahre Geschichte der Wiedervereinigung auf. Nicht der Osten war am Ende, sondern hat den gloreichen Plan, den Westen Schritt für Schritt zu infiltrieren und zu deformieren. "Die Kombinate Siemens und Henkel schreiben rote Zahlen. Wir haben gesiegt", freute sich der Kaderleiter.

Nach soviel Wirtschafts- und Agentengeschichten ging es bei Superman und Batman um Einzelschicksale. Ihr Coming-Out vor einem Jahr haben sie hinter sich gelassen, sie mögen nun doch wieder Frauen, doch so richtig klappt es nicht mit dem weiblichen Geschlecht.

Ganz andere Probleme hatte wenig später die "Ökotante". Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, die A14-Abfahrt Schinne mit Hamsteransiedlungen und andere seltenen Tierarten zu verhindern. "Es gibt ja schon Wetten was eher fertig wird, die A14 oder Schönefeld", sagte die Aktivistin. Kritisch beäugt wurde die fehlende Piste auch vom Promiehepaar Geiss, das von Sascha Wunderlich und Präsident Jens Nagel gespielt wurde. Allerdings dachten sie, im Nahen Osten zu sein.

Während das Liebesleben des Jet-Set-Paares funktioniert, berichteten Herbert und Inge von ihren Problemen. Doch mit schmutzigen Gesprächen und Handschellen haben sie eine Lösung gefunden, auch wenn Herbert alias Dirk Liebrecht noch seine Zweifel hat: "Früher war das Diskriminierung, heute ist das scheinbar erotisch."

Neben den kurzweiligen Sketchen gab es auch wieder viele Tanz- und Gesangsdarbietungen. Der Männerchor hatte sich diesmal der neumodernen "Apps" angenommen und besangen die Digitalisierung. Gefeiert wurde auch noch einemal der WM-Titel. Die amtierenden Altmark-Meister, das Männerballett, glänzte zum Abschluss des Abends.

Weitere Bilder gibt es im Netz: www.volksstimme.de/schinne15

   

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