Stendal l Nach den Dienstwagen folgen die Bauvorhaben: 25 Punkte hat Richterin Elisabeth Nortmann im Schadensersatzprozess der Kreissparkasse Stendal gegen ihren ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Dieter Burmeister nominiert. 15 Zeugen will sie hier laden, erklärte die Richterin am Dienstagvormittag im Verkündungstermin am Landgericht.

Im Mittelpunkt der nächsten Beweisaufnahme steht am 31. März der Weinkeller. Als "reines Privatvergnügen von Dieter Burmeister und unnötiges Luxusobjekt" haben die Sparkassen-Anwälte die fast 90000 Euro teure Umgestaltung des Raumes in den Katakomben des Technikzentrums an der Arneburger Straße beschrieben.

Rechnungen auf andere Objekte umgeschrieben?

Die Richterin will diese Einschätzung ebenso geklärt wissen wie die Frage, wer für den Umbau welchen Auftrag erteilt und Details besprochen hat. Nortmann wird dabei der Vorhaltung gegen Burmeister nachgehen, dass die Rechnungen für den Umbau mit seinem Wissen auf andere Objekte ausgestellt worden seien.

Ein weiterer Punkt ist die Feststellung der Kläger, dass der Raum "lange als Geheimnis" selbst im Kreditinstitut galt. Auch Mitarbeiter, die mit wichtigen Kunden zu tun haben, hätten ihn nicht gekannt. So soll nicht eine einzige Veranstaltung mit Kunden in dem mit exklusiven Kacheln gefliesten Raum stattgefunden haben.

Vor-Ort-Termin im Sparkassen-Weinkeller

Der Ex-Vorstandschef selbst soll jedoch den als Weinexperten bekannten Vorstandsvertreter Markus Gutmann mit der Ausstattung der Regale mit edlen Tropfen beauftragt haben, lautet ein weiterer Vorwurf, über den jetzt verhandelt wird. Dafür hat die Richterin zunächst zwei Termine angesetzt. Bei ihnen geht es zudem um weitere Ungereimtheiten bei Bauvorhaben des Kreditinstituts. Unter anderem sollen Bauvergaben ohne Ausschreibung an eine einzige Firma erfolgt sein und Mitarbeiter ihre Zeichnungs-Kompetenz überschritten haben - jeweils mit Kenntnis des Ex-Chefs.

Am Ende des ersten Verhandlungstages ist ein Vor-Ort-Termin angesetzt - der Besuch im Sparkassen-Weinkeller.