Der Vorsitzende der Stadtratsfraktion "Die Mitte", Reiner Instenberg, möchte als Bürgermeister ins Rathaus einziehen. Seit gestern ist seine Kandidatur offiziell.

Stendal l Zum zweiten Mal nach 2001 geht Reiner Instenberg als OB-Kandidat in Stendal in den Wahlkampf. Der 52-Jährige rechnet sich gute Chancen aus ("Ich will kein Zählkandidat sein"), dass es diesmal klappt. Seinerzeit unterlag er in einer Stichwahl gegen den heutigen Amtsinhaber Klaus Schmotz (CDU), der vor 14 Jahren 74,7 Prozent der Stimmen erhielt.

Ihm sei es egal, ob er wieder gegen Schmotz oder gegen einen anderen Kandidaten antrete. "Ich bin kein Sprücheklopfer", sagte Instenberg gestern bei der offiziellen Bekanntgabe seiner Kandidatur vor der Presse. Er wolle "wieder eine Linie" in die Stadtpolitik und die Verwaltungsarbeit bringen, sagte der gebürtige Torgauer, der seit 1988 in Stendal lebt und bei Nordmethan in Magdeburg als Büroleiter arbeitet.

Durch Wahlmanipulation und Sparkassenskandal sei Stendal ein großer Imageschaden wiederfahren. Dies gelte es mit einer gradlinigen Politik wieder gutzumachen. "Es werden mir zu wenig Entscheidungen getroffen und viel herumlaviert." Er selbst sei dagegen ein standfester Katholik. Er wolle die Verwaltung neu aufstellen und die Stadt durch eine gezieltere Wirtschaftspolitik voranbringen. "Es muss eine größere Offenheit her." Ihm fehle es daran, auch mal mit gewagteren Ideen zu kommen.

Reiner Instenberg hat nach eigenen Worten seine Kandidatur auch parteiintern bis Anfang der Woche für sich behalten, selbst in der Fraktionssitzung am Montag habe er noch geschwiegen. "Ich wollte das erst mal mit meinem Arbeitgeber geklärt haben", sagte der zweimalige Familienvater. Bei der Vorstellung war gestern seine Frau Beate Instenberg dabei, die gebürtige Stendalerin ist. "Ich werde meinen Mann voll unterstützen."

Es werde noch eine Abstimmung im Ortsverein und unter den Mitgliedern geben, aber er rechne mit voller Unterstützung für Instenberg, sagte der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Reinhard Weis. "Er ist unser längstgedienter und versiertester Kommunalpolitiker." Mit einem eigenen Kandidaten biete die SPD den Wählern die Chance für einen grundsätzlichen Wechsel, sagte Weis.

Instenberg gehört in Stendal zu den Gründern der SPD - 1990 noch unter dem Namen SDP. Er ist seitdem im Stadtrat und auch Fraktionsvorsitzender.