Mehr als 13000 Menschen haben im vorigen Jahr die Angebote des Winckelmann-Museums genutzt. Die Verankerung in der Region sei deutlich. Deshalb wünscht sich das Museum eine stärkere Förderung durchs Land.

Stendal l Bevor sich die Winckelmann-Gesellschaft und das Winckelmann-Museum mit Elan in die nach Zahl der Veranstaltungen möglicherweise rekordverdächtigen Jubiläumsjahre 2017 und 2018 werfen, gibt es zum Aufwärmen schon mal einen beachtlichen anderen Rekord zu vermelden: "Wir haben die 13000er-Marke geknackt", verkündete Professor Max Kunze, Präsident der Winckelmann-Gesellschaft, gestern beim Rückblick auf das vorige Jahr stolz und zufrieden. Ganz konkret waren es 13120 Menschen, die eine oder mehrere Veranstaltungen des Winckelmann-Museums wahrgenommen haben, darunter mehr als 8000 Kinder und Jugendliche. Sei es, dass sie selbst das Haus in der Stendaler Winckelmannstraße aufsuchten oder dass sie vom Angebot "Mobiles Museum" Gebrauch machten. Und es waren 1154 mehr als im Jahr zuvor.

"Hinter dieser Zahl verbirgt sich viele Mühe und Einsatz unserer Mitarbeiter, und sie zeigt, dass das Museum regional verankert ist", sagte Manfred Urban vom Museumsvorstand. Der Zuwachs der Besucherzahl habe sich verstetigt. "Angesichts unseres schmalen Etats und des großen Outputs, den wir damit erbringen, sowie der Zahl der wissenschaftlichen Publikationen, brauchen wir den Vergleich mit etablierten Museen nicht zu scheuen", sagte Urban, der sich freuen würde, wenn dieser Erfolg des Museums endlich auch Anerkennung durch das Land Sachsen-Anhalt fände.

Im Moment bekommt das Winckelmann-Museum jährlich 100000 Euro - den weitaus größeren Anteil machen mit rund einer Million Euro selbst eingeworbene Drittmittel aus. "Wir wünschen uns eine institutionelle Förderung durch das Land, so wie es sie zum Beispiel auch für das Gleimhaus in Halberstadt gibt. Wir finden, wir sind es wert, solch eine Förderung zu bekommen."

Grafiken von Max Klinger in einer Sonderausstellung

Was das Winckelmann-Museum mitsamt dem Kinder- und Erlebnismuseum, dem Seniorcampus, dem Ausstellungs- und Begegnungszentrum sowie den Veranstaltungen der Kinder-Uni leistet, wird sich auch in diesem Jahr wieder in einem vielfältigen Programm widerspiegeln.

Dazu gehören zum Beispiel drei Sonderausstellungen. Am 21. März wird die Schau "Das Paris-Urteil" eröffnet, die großformatige Grafiken aus einer Privatsammlung zeigt. Von Juli bis Oktober geht es dann um Paläste und Heiligtümer im Alten Ägypten, und von Oktober bis Januar werden grafische Arbeiten von Max Klinger gezeigt. Max Kunze zeigt sich davon schon jetzt äußerst begeistert: "Ein guter Freund des Museums hat uns zu den Exponaten verholfen, darunter sind viele Originalzeichnungen, die noch nie gezeigt wurden."

Im Hinblick auf die eingangs erwähnten Jubiläumsjahre - Winckelmanns 300. Geburtstag 2017 sowie sein 250. Todestag 2018 - wird es neben zahlreichen Sonderpublikationen auch besondere Aktivitäten geben, und das weltweit. Darunter sind Forschungsreisen, Tagungen, Vorträge, Ausstellungen in den 15 Ländern, aus denen die Mitglieder des im Dezember in Stendal gegründeten Internationalen Winckelmann-Komitees kommen.

Und nicht zuletzt soll es in Stendal gemeinsame Projekte mit dem Winckelmann-Gymnasium Stendal geben. "Gerade im multimedialen Bereich gibt es da viele Möglichkeiten", so Kunze.

   

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