Stendal l Seit dem Frühjahr 2014 wird in der Osterburger Straße gebaut. Seit Juni ist sie komplett gesperrt und der Verkehr wälzt sich durch Bergstraße.

Dass die offizielle Umleitungsstrecke für die Zeit der Bauarbeiten über die Arneburger Straße (Bundesstraße 189) führt, findet, wie es scheint, kaum Beachtung. Nicht verwunderlich, denn eine echte Alternative zur Bergstraßen-Variante ist diese weiträumige Umleitung nur für den Fernverkehr.

Entsprechend stark befahren ist die Bergstraße, wie vor allem Verkehrsteilnehmer beklagen, die diese Straße zu den Stoßzeiten in den frühen Morgenstunden und zur Feierabendzeit benutzen oder benutzen müssen. Durch das Parken von Pkw am Straßenrand, sei es stellenweise sehr eng, der Begegnungsverkehr problematisch. Kleinere Unfälle durch seitliches Touchieren würden sich häufen, vor allem werde der Busverkehr stark behindert. Busse hätten Probleme, die Straße zu passieren. Das bestätigt auch die "stendalbus". Dieses Busunternehmen fährt den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)in Stendal. Ja, es sei eng in der Bergstraße, aber dies sei nicht die einzige enge Straße in der Stadt und die Fahrer wüssten, damit umzugehen, heißt es aus der Firmenzentrale.

Autofahrer müssen gegebenenfalls anhalten

All das und sich bei Schnee und Eis noch verschlechternde Straßenverhältnisse sind Argumente Betroffener, die für ein durchgehendes Parkverbot in der Bergstraße während der Zeit der noch bis Ende Mai laufenden Sanierungen in der Osterburger Straße fordern.

Im Stendaler Rathaus sieht man das komplett anders. Das städtische Tiefbauamt, so ist von Stadtsprecher Klaus Ortmann zu erfahren, stehe mit der Polizei und dem ÖPNV in ständigem Kontakt, wobei die "Verhältnisse in der Bergstraße immer wieder thematisiert" würden.

An der Einschätzung, die nach einer Beratung im vergangenen Jahr (die Bauarbeiten liefen bereits) getroffen wurde, habe sich nichts geändert. Unstrittig sei, dass es "nicht komfortabel ist, die Bergstraße zu befahren. Aber Eingriffe in den Straßenverkehr müssen immer verhältnismäßig sein", so Ortmann. "Ein durchgehendes, eingeschränktes Halteverbot (früher Parkverbot) für die Bergstraße während der Baumaßnahme Osterburger Straße ... ist unter Beachtung aller Umstände unverhältnismäßig. ... Die verbleibende Straßenbreite ist ausreichend. Kraftfahrer müssen ihr Fahrverhalten gegebenenfalls den Straßenverhältnissen anpassen, notfalls auch anhalten."

Die Seitenstraßen, die von den Befürwortern eines Parkverbots als Ausweichparkmöglichkeiten angeführt werden, böten nicht genug Platz, "um den gesamten ruhenden Verkehr der Bergstraße aufzunehmen".

Genügend Ausweichstellen eingerichtet

Zudem sei eine Häufung von Unfällen nicht zu verzeichnen. Die getroffenen Maßnahmen, dazu gehören die an einigen Stellen eingerichteten Ausweichstellen, sind aus Rathaussicht ausreichend. "Sollten Witterungsverhältnisse eintreten, die weitergehende Maßnahmen erfordern, werden diese dann natürlich unverzüglich veranlasst."