Stendal l Knapp 100.000 Internetnutzer haben in den vergangenen Tagen auf Facebook ein Video angeklickt, das ein Stendaler von einer Polizeikontrolle ins Netz gestellt hat. Der vermeintliche Internet-Erfolg kann sich nun für den Mann als Bumerang erweisen, denn die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit, ob die Veröffentlichung strafrechtlich verfolgt werden kann.

Den Rahmen des Videos bildet eine Verkehrskontrolle am 11. Januar auf der Stadtseeallee in Stendal. Die Beamten stellten dabei fest, dass der Führerschein des Fahrers von einem Berliner Amtsgericht beschlagnahmt, aber noch nicht eingezogen wurde. Das wollten die Ordnungshüter nachholen. Doch der Mann weigerte sich, seinen Lappen herauszurücken und hatte schlussendlich damit Erfolg. Da die Beamten den Sachverhalt nicht zweifelsfrei klären konnten, ließen sie den Mann weiterfahren.

Beamte bleiben erstaunlich ruhig
Aus diesem Vorfall erstellte der Fahrer das Video. "Das ist ein subjektiver Zusammenschnitt, der den Hergang der Kontrolle verzerrt", erklärt Polizeisprecher Marco Neiß auf Nachfrage der Volksstimme. Während des kompletten Clips bleiben die Beamten die meiste Zeit erstaunlich ruhig, obwohl der Fahrer den Beamten in einem schnoddrigen Ton begegnet, sich weigert den Motor abzustellen und sein Fenster nur einen Spalt öffnet.

Mögliche Strafen, die der Mann mit seinem Verhalten riskiert hat, scheinen ihn aber nicht zu interessieren. Auf den Hinweis eines Polizisten, dass er die Angelegenheit mit seiner Haltung nur noch teurer mache, antwortete der Filmer: "Wenn man nichts hat, kann man nichts ausgeben."