Über 72000 Besucher zählte der Stendaler Tiergarten in diesem Jahr. In der neuen Saison steht eine neue Anlage vor ihrer Eröffnung: das Südamerika-Gehege.

Stendal l In diesem Jahr feiert der Stendaler Tiergartenverein seinen 20. Geburtstag. Voraussichtlich im April. Mit einem besonderen Präsent - für sich selbst, aber vor allem für die Rolandstädter und alle anderen Besucher des Tiergartens. "Zum Jubiläum werden wir das Südamerika-Gehege übergeben", kündigt Uwe Donner voller Vorfreude an. Der Vereinsvorsitzende und seine Mitstreiter haben das Vorhaben auf den Weg gebracht und für seine Finanzierung Klinken geputzt.

Nachdem die Vorschriften zur Haltung von Totenkopfäffchen, die zu den Bewohnern der neuen Anlage gehören werden, verändert wurden, musste der Verein bei seiner Bauplanung nachjustieren. "Beispielsweise ist das Gehege höher geworden. Damit nimmt es mehr Raum ein, was bei der Beheizung berücksichtigt werden musste. Letztlich zog das zusätzliche Dämmarbeiten nach sich. Insgesamt ein Mehraufwand, der die Kosten deutlich steigen ließ", erklärt Donner, der die Gesamtinvestition auf rund 150000 Euro beziffert. Allein 65000 steuert die Lotto-Gesellschaft Sachsen-Anhalt hinzu. "Ohne die Firmen, die uns mit Geld- und Sachspenden unterstützen beziehungsweise auf ihr Honorar verzichten, wäre das Vorhaben nicht umzusetzen", macht der Fördervereinschef deutlich.

Gegenwärtig laufen Innenarbeiten. So an der Heizung. Zudem wird das Innenhaus mit Pinsel und Farbe ganz auf das Amazonas-Gebiet getrimmt. "Im Außenbereich stehen unter anderem noch Pflasterarbeiten aus. Da warten wir auf Bauwetter", ergänzt Donner.

Bärin Bianka soll zwei Gefährten erhalten

Die vier Totenkopfäffchen, die der Tiergarten derzeit beherbergt, werden die letzten Tiere sein, die in das Südamerika-Gehege einziehen. Erstbezieher sind ein Köhler-Leguan und zwei Köhler-Schildkröten, deren Ursprung wie der Äffchen in Südamerika liegt. "Ich denke, wir werden sie bis Ende März umsetzen", sagt Tiergartenleiterin Anne-Katrin Schulze.

Schließt der Tiergarten mit dem Südamerika-Gehege in diesem Jahr sein vorerst letztes großes Bauprojekt ab, so strebt er bei seinen Bewohnern eine Auffrischung an. An erster Stelle stehen dabei die Braunbären. Nach dem Tod von Tommy im Vorjahr ist die 33-jährige Bianca der einzige Bär in Stendal. Zur Vervollständigung der Zuchtgruppe sind zwei Jungbären angefordert, die aus Hirschfeld bei Zwickau kommen. Ob das in diesem Jahr oder erst im kommenden möglich ist, sei noch offen, so Schulze. In diesem Jahr sollen aber die Ozelot-Gruppe vervollständigt und wieder Wildkatzen angesiedelt werden, nachdem in diesem Monat zwei nach Krankheit im fortgeschrittenen Alter starben.

Vorjahr bescherte 72644 Besucher

Derzeit leben auf dem 5,8 Hektar großen Areal am Stadtsee rund 350 Tiere aus 58 Arten. Fragt man Schulze nach den Publikumsmagneten, gerät sie ins Schwärmen und möchte kein Tier auslassen. Dann zählt sie auf: "Unser Goldhaubenkakadu Coco, der aufgeregt und bissig und ein richtiger Clown ist, die possierlichen Erdmännchen, die Katzenvielfalt, unsere Raubtiere, das Streichelgehege, die Affen natürlich ..."

Im Vorjahr lockte der bunte Mix 72644 Besucher in den Tiergarten. "Das war ein gutes Jahr", schätzt Schulze ein. Sie fügt allerdings auch an: "Es war aber nicht so gut wie 2010." Damals zählte der Tiergarten knapp 75000 Gäste. In jenem Jahr spazierten etwa 5000 Besucher allein beim Herbstfest über das Gelände, waren vor allen neugierig auf die Taufe der Tigerbabys. Im April könnte die Einweihung des Südamerika-Geheges zu einem Zugpferd im Jahr 2015 werden.