Ein Stadtjubiläum ist immer ein Anlass, die Werbetrommel besonders kräftig zu rühren. Dazu laden die Organisatoren aus der Stadtverwaltung alle ein und stellen auch gern das offizielle Logo zur Verfügung.

Stendal l Als der Kulturausschuss-Vorsitzende Peter Ludwig (SPD) jüngst anregte, alle offiziellen Schreiben der Hansestadt Stendal sollten mit dem Hinweis auf 850 Jahre versehen werden - so wie es die Altmark-Landkreise derzeit mit ihrer Grüne-Wiese-Kampagne machen -, gab es von Verwaltungsseite noch einen Dämpfer: Die Idee gab es in der Verwaltung schon, sie sei technisch aber nicht umsetzbar. Eineinhalb Wochen später, am vergangenen Donnerstag beim Kultur-Salon, konnte die Sachgebietsleiterin Veranstaltungsmanagement und Tourismus, Nicole Laupsien, dann optimistischer verkünden: Die bisherigen EDV-Probleme sollen behoben werden, um es technisch möglich zu machen.

Doch nicht nur die Stadt allein will das Festlogo (siehe oben) nutzen. "Wir stellen es jedem Interessierten zur Verfügung, dazu reicht eine kurze Anfrage", sagte Nicole Laupsien. So können Vereine, Institutionen, Kulturgruppen, aber auch Unternehmen auf ihren Briefbögen, in Werbebroschüren und bei Bedarf auch auf ihren Internetseiten mit dem Schriftzug "Hansestadt Stendal - 850 Jahre" für den Geburtstag ihrer Heimatstadt werben.

Gefragt sind weiterhin Ideen, die die bisherigen Vorstellungen der Stadtverwaltung zum Jubiläumsjahr ergänzen. Einige Vorschläge kamen schon beim Kultur-Salon spontan aus der Runde (wir berichteten), andere sind schon fest eingeplant. Zum Beispiel in Kindereinrichtungen und Grundschulen. "Da ist einiges geplant. Zum Beispiel wollen Kindereinrichtungen ihre Sommerfeste unter das Motto `850 Jahre Stendal` stellen", informierte Barbara Janssen vom Amt für Jugend, Sport und Soziales die Mitglieder des Kulturausschusses. Im Vorfeld hatte es im vergangenen Jahr einen Aufruf an alle Schulen und Kindereinrichtungen gegeben.

Besonders die Schulen hat auch Linke-Stadträtin Gesine Seidel im Blick, wenn sie sich wünscht, dass so ein Stadtjubiläum

Identität schafft und eine Verbundenheit aufbaut. So könnten die Schüler zum Beispiel Aufsätze zum Thema "Wie stelle ich mir Stendal in 50 Jahren vor?" schreiben oder einen Zeitstrahl zur Stadtgeschichte erarbeiten.

Die Anregungen, die es am Donnerstag im Kultur-Salon im "Stendhal" gab, sollen dieser Tage bei einer Sitzung des Arbeitskreises "850 Jahre Hansestadt Stendal" der Stadtverwaltung vorgestellt werden.

Am Tag vor dem Sonderstadtrat am Donnerstag hatte Gesine Seidel noch vier Grundschulen mobilisiert, die Bilder und Collagen zu 850 Jahre Stendal gestalteten. Einen Teil davon übergab sie während der Ratssitzung an Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU)mit der Aufforderung, das Jubiläum als "Gelegenheit für ein neues Image" nicht verstreichen zu lassen. Dafür nahm sie die Verwaltung in die Pflicht, die Kür würden dann die Stendaler übernehmen, sagte sie Unterstützung zu.

Dass dem so ist, zeigen weitere Vorschläge und Angebote (siehe Info-Kästen). Ludwig Reinig brachte es in der Kultur-Salon-Runde so auf den Punkt: "Es sind viele da, man muss die Leute nur mobilisieren." Und dabei - auch dass war ein Wunsch des Abends - sollten die Stendaler Ortsteile einbezogen werden.

Wer schon jetzt etwas Bleibendes vom Jubiläumsjahr möchte, bekommt dies in der Tourist-Information im Rathaus. Dort steht eine Münzpresse. Jeder kann sich eine Jubiläumsmünze selbst prägen, die auf der einen Seite das Stadtwappen (Foto) zeigt und auf der anderen den Geburtstagsschriftzug. Neben der Presse steht eine kleine Box für Spenden, die das Stendaler Hospiz bekommen soll.

Wer gern das Jubiläums-Logo für seinen Verein oder sein Unternehmen nutzen möchte oder noch Ideen für das Festjahr hat, kann sich an Nicole Laupsien, Sachgebiet Veranstaltungsmanagement und Tourismus, Telefon 03931/651191, E-Mail nicole.laupsien@stendal.de wenden.

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