Die Eltern der Stadt Tangermünde müssen sich auf höher Kostenbeiträge einstellen. Amtsleiterin Birgit Herzberg legte am Montagabend das entsprechende Zahlenmaterial dem Sozialausschuss vor.

Tangermünde l Sowohl für die Betreuung ihrer Kinder in der Krippe als auch in Kindergarten und Hort werden die Eltern aus Tangermünde und den dazugehörigen Dörfern teilweise erheblich tiefer in die Tasche greifen müssen. Sozialamtsleiterin Birgit Herzberg begründete diesen unpopulären Schritt hauptsächlich mit gestiegenen Personalkosten, die immerhin 80 Prozent der gesamten Ausgaben ausmachen würden. Am Montagabend legte sie dem Sozialausschuss das entsprechende Zahlenmaterial vor.

Höhere Elternbeiträge nicht vor dem 1. Mai

Drei Varianten der Kostenverteilung wurden vorgestellt. Der Sozialausschuss favorisierte einstimmig die für ihn sozialste Variante. Für sie sei wichtig, dass für alle Einrichtungen der Kommune die gleichen Sätze gelten, so Herzberg. Betroffen sind die beiden kleineren Kindereinrichtungen in Hämerten und Buch, die beiden größeren der Johanniter in Tangermünde, die Tagespflegestelle "Blauland", die beiden Tagespflegestellen des Christlichen Jugenddorfes sowie der städtische Hort.

Darüber hinaus sei vorgesehen, die finanziellen Lasten zwischen den Bereichen zu verteilen. Beispielsweise subventioniert ein Kindergartenplatz einen Krippenplatz, damit die Kosten für die Betreuung der Jüngsten in Grenzen gehalten werden. "Wir gehen davon aus, dass die Kinder alle Bereiche durchlaufen", begründete Herzberg. Im Laufe der Zeit würden also alle Eltern von dieser Regelung profitieren.

Gestaffelt sind die Gebührenvorschläge nach der Anzahl der Betreuungsstunden. Je länger ein Kind in der Einrichtung bleibt, desto mehr muss bezahlt werden. Die Kommune übernimmt, wie laut Gesetz vorgeschrieben, die Hälfte der Betreuungskosten, die andere Hälfte müssen die Eltern zahlen. Ausnahmen gibt es, wenn mehrere Geschwisterkinder eine Einrichtung besuchen. In diesem Falle zahlen Eltern maximal 160 Prozent dessen, was die Unterbringung des ältesten Kindes kostet.

Nun müssen noch weitere Gremien mit dem Papier konfrontiert werden. Unter anderem gelte es, die Elternschaft anzuhören und auch das Jugendamt müsse die Zahlen absegnen, so die Amtsleiterin. Darüber hinaus werden die Vorschläge auch den Ortschaftsräten von Buch und Hämerten vorgelegt, da in diesen Dörfern Kindereinrichtungen betrieben werden.

Läuft alles gut, kann der Stadtrat auf seiner Sitzung am 25. März endgültig der Gebührenerhöhung zustimmen, so dass diese, nach Veröffentlichung im Amtsblatt, frühestens ab 1. Mai zum Tragen kommt. Letztmalig wurden die Elternbeiträge im August 2013 erhöht.