Die Winterferien haben begonnen - und damit auch die Theaterferien. Doch Ruhe wird im Theater der Altmark nicht einkehren. Am Montag haben die Arbeiten für die Sanierung der Obermaschinerie begonnen: "Endlich", wie es aus Theaterkreisen heißt.

Stendal l Man sagt ja: "Was lange währt, wird endlich gut." Das hoffen nun auch die Mitarbeiter des Stendaler Theaters der Altmark. Denn dass am Montag die Arbeiten zur Erneuerung der Obermaschinerie - jener Technik, mit der Bühnenbilder, Scheinwerferanlagen und Vorhang gesteuert werden - begonnen haben, hat seine Zeit gedauert. Mittlerweile ist aus der einst modernen Steuerungsanlage ein fast 20-jähriger Oldtimer geworden, der die besten Jahre hinter sich hat und vor allem auch nicht mehr funktioniert. "Die Anlage entspricht schon lange nicht mehr den Sicherheitsbestimmungen", sagt Andreas Lerch, Technischer Direktor des TdA. Moderne Maschinenzüge haben einen Sicherheitsmechanismus, der sofort alle Bewegungen blockiert, wenn er auf ein Hindernis stößt. In Stendal fehlt diese Technik. "Deshalb darf niemand auf der Bühne sein, wenn zum Beispiel Kulissen bewegt werden."

Vorbereitungsarbeiten sind in vollem Gange

Techniker, Schauspieler und Musiker haben sich mit den Gegebenheiten arrangiert. Schon vorab wird genauestens eingeplant, wann welches Bühnenbild bewegt wird, und dementsprechend die Akteure umdisponiert. Was für den Zuschauer kaum bemerkbar ist, stellt die Mitarbeiter oft vor zeit- und nervenaufreibende Herausforderungen. Beides soll künftig, mit der neuen Technik, in kreativere Projekte umgesetzt werden.

Knapp sechs Wochen werden die Sanierungsarbeiten dauern. "Es wird Krach geben, es wird Staub geben - wir richten uns auf alles ein", so Lerch. Am Montag haben bereits die ersten Bohrungen für das Verlegen der neuen Hauptstromleitung begonnen, die Räumlichkeiten für den zweiten Computer wurden ebenfalls vorbereitet und auch Platz für die neun neuen Schaltschränke geschaffen.

In den kommenden 14 Tagen wird die eigentliche Arbeit erst losgehen. "Wir nutzen extra die Theaterferien für die gröbsten und lauArbeiten, damit wir den laufenden Betrieb nicht so stark beeinträchtigen", sagt Lerch. Aber natürlich, ganz störungsfrei wird diese Baumaßnahme nicht vonstatten gehen.

Ende der Arbeiten ist für 20. März geplant

Dennoch: Die Show muss weitergehen, sang 1991 schon Freddy Mercury von der englischen Rock-Band Queen. Das gilt natürlich auch fürs Theater. Die Einschränkungen im laufenden Spielbetrieb betreffen vor allem das Große Haus, der Haupteinnahmequelle des Theaters. Knapp 200000 Euro nimmt das TdA jährlich ein, allein 80 Prozent davon werden im Großen Haus verdient. "Aber wir werden die anderen Spielstätten verstärkt nutzen", erklärte TdA-Intendant Alexander Netschajew. "Der Spielbetrieb im Kleinen Haus, im Rangfoyer und im Theaterpädagogischen Zentrum läuft normal weiter."

Am 20. März soll die Baumaßnahme abgeschlossen sein. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir das einhalten können", sagt Andreas Lerch. 500000 Euro sind für die Sanierungsanlage der Steuerungsanlage veranschlagt worden. Die Kosten für die Erneuerung von Pult, Software, Kabel und Elektrik werden letzten Endes 339000 Euro Kosten. "Damit bleibt uns noch Luft für kreative Projekt", freut sich Alexander Netschajew.

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