Zu den spektakulärsten Baumaßnahmen im laufenden Jahr in Stendal gehören die Sanierung der Heerener Straße sowie der Straße Kornmarkt. Abgeblasen wurde von der Verwaltung dagegen der Umzug des Bauhofes. Begründung: Zu teuer für die klamme Stadtkasse.

Stendal l Rund fünf Millionen Euro gibt die Stadt Stendal voraussichtlich in diesem Jahr insgesamt für die größten Baumaßnahmen aus - fast allesamt Straßensanierungen. "Die Finanzierung der Investitionsmaßnahmen ist nur durch die Aufnahme von Krediten möglich, dadurch erhöht sich die Verschuldung der Stadt", sagt Kämmerin Beate Pietrzak. Bis Ende des Jahres wird der Schuldenstand um rund zwei Millionen Euro auf dann 16,5 Millionen Euro gestiegen sein (die Volksstimme berichtete).

Allerdings hängen an den meisten Maßnahmen Fördergelder, so dass es für die Stadt sinnvoll ist, zu investieren und dafür auch Kredite aufzunehmen. Ein Vorhaben, dass ohne Fördergeld realisiert werden sollte und nun ganz gestrichen wurde, ist der Umzug des maroden Bauhofs vom Uchtewall an die Arneburger Straße. Noch im Oktober hatte der Stadtrat den Umzug beschlossen, der rund 1,4 Millionen Euro kosten sollte.

Einige Stadträte kritisieren Vorgehen beim Bauhof

Im Stadtentwicklungsausschuss wurden allerdings Zweifel am Rückzug der Verwaltung geäußert. "Die Verlagerung ist sinnvoll", sagte Dirk Hofer (CDU). Noch vor drei Monaten sei die Umzugsvariante als die günstigere gegenüber einer Sanierung am Uchtewall geäußert worden, sagte Joachim Röxe (Linke). "Wir haben den Stadtratsbeschluss wohl nicht unter Einbeziehung aller Aspekte diskutiert."

Die größten Batzen im Haushalt sind für die Sanierung der Heerener Straße (862000 Euro) und den Kornmarkt (718000 Euro) vorgesehen. Auch für den Bahnhofstunnel, der vergangene Woche freigegeben worden ist, erfolgt noch die Abrechnung. Für Durchstich, Treppenhaus und Rampe stehen 980000Euro im Haushalt - größtenteils ungeplante Kostensteigerungen.

In Stadtsee sind kleine Sanierungen geplant

Weitere Straßen wie die Priesterstraße und die Neustraße werden saniert. Darüber hinaus müssen einige Bauarbeiten zuende gebracht werden. Als wichtigstes Projekt ist da die Osterburger Straße zu nennen. Ferner geht auch die Fassadensanierung beim Rathaus weiter.

Auch im Stadtteil Stadtsee soll weiter investiert werden. Im Dezember wurde im nichtöffentlichen Teil des Stadtrates über den Fahrplan bis 2019 abgestimmt. In den kommenden fünf Jahren sollen 774200Euro aus dem Programm "Stadtumbau Ost" ausgegeben werden. Die Stadt plant einen Eigenanteil von 218500Euro. Die Verwaltung rechne mit einer "hohen Bewilligungsquote", wie Stadtsprecher Klaus Ortmann mitteilt. Für 2015 sind Straßenbelagsarbeiten in der Ludwig-Turek-Straße (39000Euro) und der Kurt-Tucholsky-Straße (42000 Euro) geplant. Aus dem Programm "Soziale Stadt" sollen 21000Euro für eine BMX-Bahn auf dem ehemaligen Gelände der Internationalen Gärten kommen.

Auch bei den Haushaltsplanungen sind bereits Investitionen bis zum Jahre 2018 berücksichtigt. Herausragend wird die Sanierung des Marktplatzes sein, die für 2016 vorgesehen ist.