Das DRK ist mit seinen Plänen, an der Heerener Straße ein Kinder- und Jugenddorf zu errichten, einen Schritt weiter. Das Projekt war Thema im Bauausschuss.

Tangermünde l Bereits vor 20 Jahren begleitete Birgit Schleinig, Leiterin der DRK Kinder- und Jugendhäuser "Anne Frank", den Neubau einer Einrichtung in Tangermünde. Eigentlich wollte sie so ein Projekt nicht noch einmal in die Hand nehmen. Nun kommt sie aber nicht mehr drum herum.

Die derzeitigen Häuser in der Innenstadt, unter anderem in der Kirchstraße, Lüderitzer Straße und Bahnhofstraße, sind für die Unterbringung von Kindern, Jugendlichen und jungen Müttern nicht mehr geeignet. Die Wege zwischen Büroräumen, Therapieräumen und Tagesgruppen sind lang. Bei der Verteilung der Kinder auf verschiedenen Etagen gibt es Probleme mit der Aufsichtspflicht. Darüber hinaus steht den Kindern und Jugendlichen wenig Freifläche zur Verfügung. Das größte Problem ist allerdings der enorme Sanierungsbedarf. Seit mehren Monaten laufen deshalb die Planungen für den Bau eines Kinder- und Jugenddorfes an der Heerener Straße. Jugenddorf deshalb, weil vier Häuser entstehen sollen. So kann der familiäre Charakter erhalten werden.

Der familiäre Charakter soll bleiben

Schleinig machte deutlich, wie die Gebäude genutzt werden sollen. Je bis zu acht Kinder, ähnlich einer Großfamilie, wohnen in den unteren Bereichen. Ein- und Zweibettzimmer sind vorgesehen. In den oberen Etagen der Zweigeschosser sollen Verwaltung, Büroräume für Psychologin oder Familienbetreuer, Therapie-, Sport- und Gruppenräume untergebracht werden. Darüber hinaus sind Bereiche für junge Mütter geplant und auch Jugendliche, die auf ihre Selbstständigkeit vorbereitet werden, sollen dort einziehen. Schleinig sprach von insgesamt 31 Plätzen für Kinder und Jugendliche sowie drei für junge Mütter.

Gegen die Pläne gab es im Vorfeld allerdings auch Bedenken, die der Stadtplaner Nils Funke weitgehend aus dem Weg räumte. Gutachten hätten ergeben, dass eventueller Lärm, sowohl vonseiten der Kinder als auch vonseiten einer nahe gelegenen Firma, nicht gegen den Bau der Häuser spreche. Auch denkmalrechtliche Bedenken, die aufgrund der Nähe zum Friedhof eine Rolle spielen könnten, würden nicht zum Tragen kommen. Das Fazit von Funke: Das Projekt passe gut in ein Mischgebiet. Ein Wohngebiet sei dagegen ein weniger geeigneter Standort.

Nach Angaben des Planers Hans-Joachim Preuß stehe die Vorplanung, derzeit sei man mit der Entwurfsplanung befasst. Würde sich das DRK nach Vorlage der Kostenschätzung zum Bau entscheiden, müssten Stadt und Landkreis das Projekt noch einmal absegnen, dann könne der Bauantrag gestellt werden.

Noch in diesem Jahr solle das Gelände erschlossen werden. Die vier Häuser, mit einer gesamten Nutzfläche von etwa 1600 Quadratmetern, wären auf Grund der Fertigbauweise bereits etwa Mitte nächsten Jahres beziehbar, so Preuß. Anschließend könnte mit der Begrünung des Geländes begonnen werden.