Von Wolfgang Biermann

Stendal l Das Landgericht Stendal hat gestern den Prozess um Geldforderungen eines Bauunternehmers gegen die Kreissparkasse fortgesetzt. Wie berichtet fordert der Bauunternehmer Hans-Joachim M., der in der Ära Burmeister als meist bevorzugter Bauunternehmer galt, von der Sparkasse knapp 10000 Euro für Bauarbeiten am sparkasseneigenen Fachwerkhaus Hallstraße 67 nach.

"Die 9963,64 Euro stehen ihm zu. Die Leistungen sind erbracht", würdigte die Zivilkammer 1 unter Vorsitz von Landgerichtsvizepräsidentin Haide Sonneberg den Sachstand aus ihrer Sicht. Allerdings will die Sparkasse mit M. angeblich mangelhaft ausgeführte Bauarbeiten in der Geschäftsstelle Schollene mit der 10000-Euro-Forderung aufrechnen. Und da sieht es für M. nicht so gut aus. So ist es laut Gericht "unstreitig, dass Aufmaß und Menge bei den Putzarbeiten überhöht abgerechnet wurden und Gegenansprüche (der Sparkasse) bestehen".

Gestern stellte der Anwalt von M. die aus Sicht der Richter nicht ausreichend belegte Behauptung auf, dass M. von der Sparkasse seinerzeit aufgefordert worden sei, andernorts ausgeführte Arbeiten in die Rechnungslegung von Schollene einzufügen. Derartiges sei "auch bei anderen Bauvorhaben Gang und Gäbe gewesen". Für das Gericht wirkten diese Angaben aber "konstruiert, nicht schlüssig und unplausibel", zumal M. angeführt hatte, dass er wegen eines Compu- terabsturzes schriftliche Belege dafür schuldig bleiben müsse.

Baugutachter Axel Schill bemängelte gestern zudem die Ausführung eines Teils der Arbeiten in Schollene. Das Landgericht hat nun für den 25. März einen Termin angesetzt, an dem es bekanntgeben will, wie es in dem Verfahren weiter geht.