Der Block-Verlag und der Johann-Friedrich-Danneil-Verein waren am Sonnabend Gastgeber eines Krimi-Dinners im Kremkauer Dorfgemeinschaftshaus. Zum Thema "Limburg ist überall - die Kirche in der Kirchenprovinz Mittelerde und das liebe Geld" wurde eine Synode abgehalten. Während das Gremium tagte, fiel der Superintendent (Sup) einem Attentat zum Opfer. Wer war der Täter?

Kremkau l "Wir haben die Pointe vergeigt", flüstert Helmut Block dem gerade als Inspector Barnaby agierenden Dirk Daniel zu. Der eigentliche Spaß eines Krimi-Dinners liegt ja für das Publikum darin, den Mörder des zwischen den einzelnen Gängen präsentierten Falles zu erraten. Um diesen Rätsel-Spaß wurden die Teilnehmer des Kremkauer Krimi-Dinners am Sonnabend gebracht. Block, am Wochenende im Dorfgemeinschaftshaus multifunktional unterwegs und in verschiedensten Rollen agierend, hatte vergessen, die entsprechenden Zettel auszuteilen. Dennoch war es für alle Beteiligten ein unterhaltsamer Abend, an dessen Ende die Überführung der Täterin samt abschließendem Kaffee oder Digestif (Verdauungsschnaps) stand.

Im Mittelpunkt der kriminalistischen Handlung stand die Synode, bei der es um die Neuausrichtung der Kirche ging. Die Gewinn-Maximierung (unter anderem bei der Verpachtung landwirtschaftlicher Flächen), eine neue Ausbaurichtlinie für Pfarrhäuser (goldene Wasserhähne) sowie der Weg zur multikonfessionellen Kirche (ausgenommen die Katholiken) wurden heftig diskutiert. Bezüge zur Realität waren unverkennbar.

Gastgeber Helmut Block gab zugleich den Präsidenten der Synode, Kurt Kolb, als auch das achtköpfige Präsidium, das symbolisch von Stofftieren und Musikinstrumenten besetzt war. "Ich bin erschrocken über das Schweigen im Präsidium", wurde im Publikum Kritik laut. Bemerkenswert auch die Sonderbehandlung von Superintendent Martin Lehmann, dem von "Fräulein Demut" unentwegt Wein nachgeschenkt wurde.

"Der Glaube muss sich wieder lohnen"

Synode-Präsident Kurt Kolb

Im Rahmen der Synode kamen weitere Vorschläge wie Windräder auf den Kirchen oder der Rechtsanspruch altmärkischer Pfarrer auf die S-Klasse. Die Zeiten von Bescheidenheit und Vorbildwirkung seien vorbei, das Geld muss mehr in den Vordergrund rücken. "Der Glaube muss sich wieder lohnen", so der Synode-Präsident. "Dann können wir den Laden gleich schließen", erwiderte erbost die versammelte Gemeinde.

Musikalisch wurde die Synode von Dirk Daniel (Gitarre, Ukulele) sowie DJ Konrad Weber mit weltlichen Einspielern von City, Karat und Helene Fischer begleitet. Das Dinner bestand aus einem Sieben-Gänge-Menü. Die 35 Teilnehmer wurden mit Baguettes, Kassler und Grünkohl, verschiedensten Käsesorten und Desserts bis hin zu Obstbränden verwöhnt.

Aber zurück zur Tagung des kirchlichen Gremiums. Mit der Ankündigung des Präsidenten: "Der Superintendent verlässt die Synode" nahm das Krimi-Dinner Fahrt auf. Nach einem gehörigen Knall informierte Kolb alias Helmut Block: "Der Sup kommt nicht mehr." Inspector Barnaby (Dirk Daniel) nahm die Ermittlungen auf. Der britische Kommissar wies Sprengstoff in der Manteltasche des Superintendenten nach. Zudem die Tatsache, dass der Zünder per Handy ausgelöst wurde. Die Fingerabdrücke auf dem mobilen Telefon sowie eine hinterlassene Sup-Mitteilung, die von den Teilnehmern des Krimi-Dinners in mühsamer Kleinarbeit entschlüsselt werden musste, ließen keinen Zweifel: "Fräulein Demut" war die Täterin. Die mutmaßliche Geliebte des Superintendenten hatte sich ihrem Unmut per Sprengstoff Luft gemacht.

Das mittlerweile vierte Krimi-Dinner in Kremkau verbreitete gehörig Spaß, und die Beteiligten kamen auf unterschiedlichste Weise auf ihre Kosten. Die Veranstaltung erwies sich durchweg als Vergnügen. Zum Abschluss warf Gastgeber Helmut Block bereits einen Blick auf das fünfte Krimi-Dinner, das bereits zum Ende dieses Jahres über die Bühne des Kremkauer Dorfgemeinschaftshauses geht. "Da werden wir wieder jemanden umbringen", versprach Block.

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