Nach einem Unfall, bei akuten Herzproblemen oder einer Hirnblutung - wenn jede Sekunde zählt, kommt oft der Rettungshubschrauber zum Einsatz. Für die Mitarbeiter der Betriebstechnik des Krankenhauses heißt das: Bei Wind und Wetter müssen der Landeplatz auf dem Dach und der Ausweichplatz am Nordwall einsatzbereit sein.

Stendal l Eisregen, Schnee, überfrierende Nässe - was in den Wintermonaten vielen Rad- und Kraftfahrern zu schaffen macht, wird für den im Jahr 2010 freigegebenen Landeplatz auf dem Dach des Stendaler Johanniter-Krankenhauses nicht zum Problem. Dafür sorgt die entsprechende Technik. "Das Freihalten von Eis und Schnee erfolgt mit der Abwärme aus den Lüftungsanlagen, die Abluft wird umgeleitet", erklärt Norbert Arndt, Betriebsleiter des Bereiches Betriebstechnik des Johanniter-Krankenhauses Genthin-Stendal. Ein entsprechendes Rohrsystem sorgt für die Erwärmung des 20 mal 20 Meter großen Landeplatzes. "Der Rest wird über Sensoren gesteuert", sagt Norbert Arndt. Heißt: In Abhängigkeit von der Außentemperatur kann eine zusätzliche Heizung angeschaltet werden. Die Witterung selbst hilft auch mit, denn "in dieser Höhe wird der Schnee zum Teil verweht".

Der Hubschrauber-Landeplatz auf dem Dach mit einer zulässigen Traglast von sechs Tonnen entspricht den modernsten Sicherheitsanforderungen. Er ist zum Beispiel mit einer automatischen Löschanlage ausgestattet, deren Funktionstüchtigkeit einmal pro Woche überprüft wird. Neben dem Ausgang vom Kranken- hausgebäude zum Landeplatz befindet sich die Steuerung der Technik. Unter anderem wird von dort die sogenannte Befeuerung - also die Orientierungslichter für die Piloten - eingeschaltet. Damit ist der Platz auch nachts nutzbar, die Hubschrauber kommen aber größtenteils bei Tageslicht. Die 24-Stunden-Bereitschaft ist wichtig, denn der Standort Stendal ist ein Schwerpunkt-Krankenhaus für Unfallopfer.

Zwischen 8 und 20 Uhr ist die Johanniter-Servicegesellschaft, zu der die Betriebstechnik gehört, zuständig, während der anderen Zeit geschultes Personal aus dem Krankenhaus. Wenn der Anruf aus der Rettungsleitstelle kommt, der den Hubschrauber ankündigt, bereitet der Diensthabende den Platz vor, kontrolliert die Technik und erteilt die Freigabe.

Im vergangenen Jahr sind Rettungshubschrauber 88 Mal Stendal angeflogen. In den ersten Wochen dieses Jahres hat es bereits elf Einsatzflüge gegeben. Sie bringen Unfallopfer oder Akutpatienten, sie transportieren aber auch Patienten in Spezialkliniken. Der Landeplatz direkt auf dem Dach ist dabei von großem Vorteil: Der Patient kann auf kürzestem Weg und ohne zusätzliches Umlagern zur Intensivstation, in die Notfallambulanz oder zur Radiologie gebracht werden - lebensrettende Zeit wird gespart.

Neben dem neuen Landeplatz auf dem Dach wird der alte auf der Wiese am Nordwall als Ausweichplatz genutzt. Er werde von den Betriebstechnik-Mitarbeitern generell schneefrei gehalten, erklärt Norbert Arndt. Dieser Platz wird unter anderem genutzt, wenn Patientinnen aus der Kinder- und Frauenklinik per Hubschrauber verlegt werden.

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